Berliner Terrorverdächtiger in Untersuchungshaft: Plante Afshim Al-T. ein Attentat?

07. November 2016 - 12:51 Uhr

Stand ein Anschlag unmittelbar bevor?

Ein mutmaßlicher Terrorist wird in Berlin festgenommen. Nach Angaben seines Anwalts sei der beantragte Haftbefehl gegen ihn wegen Terrorverdachts jedoch vom Bundesgerichtshof verweigert worden. Dennoch sitzt der mutmaßliche IS-Mann wegen Urkundenfälschung in Untersuchungshaft, berichtet Pflichtverteidiger Jonathan Burmeister 'Spiegel'.

Er war offenbar Einzeltäter

Die Fassade eines Hauses in Berlin Schöneberg, in dem ein mutmaßlicher Terrorist festgenommen wurde.
In diesem Haus in Berlin-Schöneberg wurde der Terrorverdächtige festgenommen.
© dpa, Michael Kappeler, mkx fpt

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen islamistischen Terroristen in Berlin liegen die weiteren Ermittlungen und Entscheidungen in Karlsruhe. Dort beantragte die Bundesanwaltschaft beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Haftbefehl gegen den 27-jährigen Ashraf Al-T., der verdächtigt wird, Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen zu sein. Offenbar hat der BGH den beantragten Haftbefehl wegen Terrorverdachts jedoch verweigert.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Terrorverdächtige Kontakt zu einem IS-Mitglied in Syrien, das für Anschläge im Ausland zuständig ist. "Von dort soll er die Erlaubnis erhalten haben, zeitnah einen Anschlag auf Menschen in Deutschland zu planen", teilte die Karlsruher Behörde mit. Nach Informationen von 'Focus' war ein Messerattentat in Berlin beabsichtigt - für kommenden Montag. Der US-Geheimdienst habe ein Gespräch des 27-Jährigen mit seinem IS-Kommandanten abgehört und das Bundesamt für Verfassungsschutz informiert. Beamte des Landeskriminalamtes nahmen den Mann daraufhin am Mittwochabend in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg fest.

Laut 'Focus' stieß der Mann nach seiner Festnahme im Polizeigewahrsam seinen Kopf gegen die Zellenwand - offenbar, um sich das Leben zu nehmen. Daraufhin hätten ihm Beamte einen Schutzhelm aufgesetzt und gefesselt.

Erst vor knapp drei Wochen war in Leipzig der Syrer Dschaber al-Bakr unter Terrorverdachts festgenommen worden. Er soll einen Anschlag auf einem Berliner Flughafen geplant haben. Al-Bakr beging kurz nach seiner Festnahme Selbstmord in seiner Zelle. Die Polizei in Berlin war deswegen entsprechend sensibilisiert.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich erleichtert. "Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diesen Verdächtigen festnehmen zu lassen", sagte er am Rande eines Kongresses zur Arbeit der Geheimdienste in Berlin. Die Behörden täten alles, "damit es in Deutschland nicht zu einem Anschlag kommt".

De Maizière ist erleichtert über die Festnahme

Das Landeskriminalamt Berlin nahm den Mann syrischer Herkunft in Berlin-Schöneberg fest. Näheres teilte die Polizeibehörde nicht mit. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen.

Eigenen Angaben zufolge, hält sich der Festgenommene seit 2015 in Deutschland auf. Er soll den Behörden zufolge in Tunesien geboren sein. Laut 'Welt' soll sein Name Ashraf Al-T. sein.

Bundesinnenminister De Maizière äußerte sich positiv über die Festnahme des Verdächtigen. "Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diesen Verdächtigen festnehmen zu lassen.", sagte er am Rande eines Kongresses zur Arbeit der Geheimdienste in Berlin.

Deutschland ist schon länger im Visier von Terroristen. Wie der Fall Dschaber al-Bakr, der offensichtlich einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen plante, gezeigt hat, ist die Gefahr eines Anschlags zuletzt besonders deutlich sichtbarer geworden. Der mutmaßliche Attentäter hatte sich kurz nach seiner Festnahme in seiner Zelle erhängt.