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Berliner Terrorlaster kann endlich zurück nach Polen: Der Spediteur will nun eine Entschädigung

Berliner Terrorlaster kann endlich zurück nach Polen: Der Spediteur will nun eine Entschädigung

Polnischer Spediteur Ariel Zurawski
Ariel Zurawski will eine Entschädigung von Deutschland, weil sein Lastwagen nach dem Berliner Terroranschlag so lange beschlagnahmt war.
imago stock&people, imago/Eastnews

"Die Bundesregierung ist für den Anschlag verantwortlich"

Rund vier Monate ist es her, dass der Attentäter Anis Amri mit einem gestohlenen Lastwagen in einen Berliner Weihnachtsmarkt raste. Nun soll der polnische Spediteur, dem das Fahrzeug gehört, seinen LKW zurückbekommen. Ariel Zurawski ist zwar froh, dass sein Fahrzeug nach den Ermittlungen endlich freigegeben wird, trotzdem verlangt er jetzt eine Entschädigung.

Lastwagen von Ariel Zurawski
Monatelang war der Lastwagen von Ariel Zurawski beschlagnahmt.
sko tba, dpa, Ariel Zurawski

"Die Bundesregierung ist für den Anschlag verantwortlich. Ich hoffe, dass sie für alle Schäden aufkommt, die mir entstanden sind", sagte Zurawski der Zeitung 'Passauer Neue Presse'. Weil die Ermittlungsbehörden in Deutschland den LKW so lange als Beweisstück beschlagnahmt hatten, drohte dem Unternehmer die Pleite. Er konnte sein Fahrzeug monatelang nicht einsetzen, dadurch entstanden ihm große Verluste.

Auch Zurawskis Cousin starb bei dem Anschlag

Ariel Zurawskis Cousin starb bei dem Anschlag
Speditionsbesitzers Ariel Zurawski verlor seinen Cousin bei dem Anschlag.
sts, dpa, Stefan Sauer

Zuvor hatte er von Deutschland immer wieder eine rasche Entscheidung gefordert, um so schnell wie möglich wieder normal arbeiten zu können. Nun endlich ist es so weit. Am 13. April soll der Terror-Laster zurück nach Polen gebracht werden. Doch inzwischen hat Zurawski genug. "Es hat zu lange gedauert", sagte er der Zeitung. Darum fordert der Mann nun eine Entschädigung.

Polnische Medien hatten zuvor schon über den Unternehmer berichtet, der unverschuldet in Not geraten war. Daraufhin gab es im Internet eine Welle der Solidarität. Viele Menschen spendeten Geld, um Zurawski vor der drohenden Pleite zu retten. Der Spediteur wollte aber keine Almosen, sondern sein Geld ehrlich verdienen. Wenn er nun endlich seinen Lastwagen zurückbekommt, kann er das auch wieder ungehindert tun.

Der Terrorist Anis Amri hatte den Laster für den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gekapert. Er tötete zwölf Menschen und verletzte Dutzende weitere. Auch Zurawski verlor im Dezember einen Verwandten und Mitarbeiter. Der LKW-Fahrer – ein Cousin des polnischen Spediteurs – wurde von Amri erschossen.