Das sagt die Schulleiterin zu dem Vorfall

Lehrerin mit Enthauptung gedroht: Schüler entschuldigt sich

Der muslimische Schüler (11) aus Berlin, der seiner Lehrerin mit Enthauptung gedroht hatte, hat sich entschuldigt.
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12. November 2020 - 20:33 Uhr

Muslimischer Schüler entschuldigt sich für Drohung

Der Schüler (11) aus Berlin, der seiner Lehrerin mit Enthauptung gedroht hatte, hat sich entschuldigt. Er hat seiner Lehrerin einen Entschuldigungsbrief geschrieben, wie Schulleiterin Karina Jehniche im RTL-Interview bestätigte. Die Direktorin der Christian-Morgenstern-Schule in Berlin-Spandau erklärte, dass sie sich jetzt mit dem Kind und den Eltern zusammensetzen wolle, um zu klären, woher solche Drohungen kämen.

Handgeschriebene Entschuldigung für Berliner Lehrerin

Der Schulleiterin ist es wichtig, dass das Kind jetzt nicht stigmatisiert oder kriminalisiert werde. "Wir müssen aber darüber sprechen", betonte sie. Eigentlich habe der Grundschüler ein gutes Verhältnis zu seiner Lehrerin. Sie habe die Entschuldigung des Kindes angenommen. Körperlich bedroht gefühlt habe sie sich nicht. Trotzdem will die Schule den Vorfall nun aufarbeiten und dem Jungen klar machen, dass es nicht in Ordnung ist, einem Lehrer mit Enthauptung zu drohen.

Schulleiterin Karina Jehniche
Schulleiterin Karina Jehniche will den Vorfall an ihrer Grundschule jetzt aufarbeiten
© RTL

Kinder aus über 50 Nationen an Christian-Morgenstern-Schule

Ihr größtes Anliegen sei es jetzt, den Motiven des Jungen für die Äußerung auf den Grund zu gehen, erklärt Karina Jehniche gegenüber RTL. Gleichzeitig stellt sie klar, dass es sich um einen Einzelfall handelt: an einer Schule, an der Kinder aus über 50 verschiedenen Nationen unterrichtet werden.

Mit Enthauptung gedroht: Direktorin kann sich Verhalten nicht erklären

Der Schüler sei gut integriert und möge seine Lehrerin, sagt die Direktorin. Sie könne sich einfach nicht erklären, warum er so etwas gesagt hat. Er soll die Schule weiterhin besuchen und muss keine Sanktionen zu fürchten. Die anderen Kinder in der Klasse hätten die Drohungen des Schülers zwar gehört und sich erschrocken. Ausgegrenzt würde der Junge für seine Aussagen aber nicht.

Ob religiöse oder politische Hintergründe eine Rolle spielen, wisse sie nicht. Die Familie des Jungen habe aber erklärt, nicht streng religiös zu leben – eine Aussage, die Jehniche glaubt. Bei der Aufklärung will sie mit der Familie zusammenarbeiten.