Berliner Grüne fordern Hilfe für Kinder in Flüchtlingslagern

Antje Kapek, eine der Fraktionsvorsitzenden von den Grünen in Berlin. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild
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09. März 2020 - 17:00 Uhr

Die Berliner Grünen-Fraktion fordert schnelle Hilfe für die Kinder in den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern. "Je länger wir warten, desto größer ist die Gefahr, dass dort Kinder sterben", warnten die Fraktionsvorsitzenden Antje Kapek und Silke Gebel am Montag. Die Entscheidung der Bundesregierung, im Rahmen einer europäischen "Koalition der Willigen" Minderjährige aufzunehmen, sei deswegen kein Durchbruch. Die Bundesregierung müsse unverzüglich Gespräche mit anderen Ländern wie Frankreich führen.

Berlin sei darauf vorbereitet, seinen Anteil im Rahmen einer europäischen Lösung zu leisten. Das Land sei außerdem weiter bereit, besonders Schutzbedürftige aus den Lagern zu holen und so in Sicherheit zu bringen. "Sollte eine europäische Lösung nicht innerhalb kurzer Zeit realisierbar sein, wollen wir diesen Weg gehen", erläuterten Kapek und Gebel.

Paul Fresdorf, Parlamentarischer Geschäftsführer, der FDP-Fraktion sagte, es sei eine humanitäre Pflicht, den unbegleiteten Kindern zu helfen. Die Entscheidung von SPD und Union sei daher richtig. Nun komme es darauf an, mit welchem Schlüssel die Kinder verteilt würden. Innerhalb Deutschlands dürfe Berlin nicht die Hauptlast tragen.

SPD und Union im Bund hatten in der Nacht Unterstützung für Griechenland bei der "schwierigen humanitären Lage von etwa 1000 bis 1500 Kindern auf den griechischen Inseln" beschlossen. Dabei geht es laut Koalitionsbeschluss um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind. Auf europäischer Ebene soll eine "Koalition der Willigen" ihre Aufnahme organisieren. Sie sei "keine Frage von Monaten, sondern eher von Wochen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin.

Quelle: DPA