Berliner Flughafenchef Schwarz muss gehen

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck (rechts) übernimmt den Aufsichtsrat-Vorsitz von Berlins Bürgermeister Wowereit, doch ein Ende der Probleme des Hauptstadt-Flughafens ist nicht in Sicht.
Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck (rechts) übernimmt den Aufsichtsrat-Vorsitz von Berlins Bürgermeister Wowereit, doch ein Ende der Probleme des Hauptstadt-Flughafens ist nicht in Sicht.
© dpa, Stephanie Pilick

26. Mai 2013 - 17:38 Uhr

Platzeck gewählt - Eröffnung vielleicht noch viel später

Das Projekt Hauptstadtflughafen ist völlig aus dem Ruder gelaufen, mit einem personellen Neuanfang soll der Chaos-Airport nun endlich wieder auf Kurs kommen: So muss der Chef der Betreibergesellschaft, Rainer Schwarz, gehen. Das beschloss der Aufsichtsrat, wie der neue Vorsitzende des Kontrollgremiums, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), nach einer Sondersitzung in Schönefeld mitteilte.

"Herr Schwarz hat sein Dienstzimmer geräumt und den Betrieb verlassen", sagte Platzeck. Der seit 2006 amtierende Manager war immer stärker unter Druck geraten, nachdem die zuletzt auf 27. Oktober verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens geplatzt war. Vor allem der Bund als Mitgesellschafter hatte massiv auf eine Ablösung gedrängt.

Platzeck kündigte an, das wegen massiver Baumängel und Brandschutzprobleme ins Schlingern geratene Milliardenprojekt deutlich intensiver zu überwachen. Geplant sind wöchentliche Unterrichtungen und eine eigene Abteilung in der Potsdamer Staatskanzlei. Platzeck löst als Aufsichtsratschef Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ab.

Wowereit hatte den Vorsitz nach der abermaligen Verschiebung des Starttermins für den Flughafen aufgeben müssen. Mit der Bekanntgabe eines neuen Datums wird nicht vor Sommer gerechnet. Bisher unbestätigten Medienberichten zufolge verschiebt sich der Start des Airports sogar bis ins Jahr 2015 – bisher war immerhin von einer Inbetriebnahme im kommenden Jahr ausgegangen worden.

Kosten haben sich - bis jetzt - auf 4.3 Milliarden Euro verdoppelt

Die Kosten für das angeschlagene Prestigeprojekt in Schönefeld bei Berlin haben sich seit Baubeginn 2006 von 2,0 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Weitere Mehrkosten sind zu erwarten, weil die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Der Aufsichtsrat, in dem die Eigentümer Berlin und Brandenburg sowie der Bund vertreten sind, sowie Flughafenchef Schwarz gerieten dadurch noch stärker in die Kritik.