Linie fährt jetzt durchs Regierungsviertel

Ansturm an neuer U-Bahnstation: Berliner feiern U5-Eröffnung ohne Abstand

Neue U5-Strecke ist eröffnet
© dpa, Paul Zinken, pdz wst

04. Dezember 2020 - 21:57 Uhr

Lücke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor geschlossen

Dichtes Gedränge auf dem U-Bahn-Gleis 1 am Alexanderplatz - trotz Corona-Krise: Von der bisherigen Endstation ist die Linie 5 am Freitag erstmals weiter gefahren, bis zum Hauptbahnhof. Nach zehn Jahren Bauzeit ist das neue Teilstück unter dem Prachtboulevard Unter den Linden eröffnet worden. Die Lücke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor ist geschlossen, der Hauptbahnhof und Hönow am östlichen Stadtrand sind nun direkt verbunden. Hunderte Menschen stiegen am Freitag in die erste durchfahrende U-Bahn – Abstand gab's dabei immerhin, aber auch nur, zum herannahenden Zug.

U5 hält jetzt am Roten Rathaus und Unter den Linden

Eingeweiht wurden entlang der Strecke zwei neue Bahnhöfe: Fortan hält die U5 auch an den Stationen "Rotes Rathaus" und "Unter den Linden". Ein weiterer Halt, "Museumsinsel", wird derzeit noch fertig gebaut und soll im Sommer eröffnet werden. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bezifferten die Projektkosten für die 2,2 Kilometer lange Neubaustrecke auf bis zu 540 Millionen Euro.

"Berlin, die einst geteilte und seit 30 Jahren geeinte Stadt, rückt heute ein weiteres Stück näher zusammen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videobotschaft zur Inbetriebnahme. "Viele Berlinerinnen und Berliner haben darauf gewartet." Auch für Touristen sei die neue Strecke sehr attraktiv.

04.12.2020, Berlin: Eine Frau fotografiert im U-Bahnhof Unter den Linden aus der U-Bahn heraus. Zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich ist am Freitag ein neuer U-Bahn-Abschnitt im Zentrum Berlins in Betrieb gegangen. (Zu dpa «Neuer U-Bahn-Abschnitt i
Neue U5-Strecke ist eröffnet
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"Darauf warte ich schon seit 20 Jahren"

Gegen Mittag warteten am Alexanderplatz zahlreiche Menschen auf den ersten durchfahrenden U-Bahnzug. Unter ihnen auch die Freunde Martin Kodritzki und Siad Akkam. "Darauf warte ich schon seit 20 Jahren", sagte der 36-Jährige Kodritzki. Er hat sich an dem Tag extra frei genommen, um mit seinem Freund dabei zu sein.

Die Berliner Verkehrsbetriebe rechnen auf der Neubaustrecke nach der Corona-Krise mit 155.000 Fahrgästen am Tag. Während das kleine Teilstück entlang wichtiger Sehenswürdigkeiten in normalen Zeiten vor allem für Touristen interessant sein dürfte, hofft die BVG auch auf Erleichterungen für Pendler aus dem Berliner Osten. So bräuchten etwa Fahrgäste aus Hellersdorf bis zum Brandenburger Tor bislang fast 40 Minuten und müssten zwei Mal umsteigen. Nun geht es laut BVG vier Minuten schneller und ohne Umstieg.

Im Video: Ähnliches abstandsloses Foto aus Frankfurt am Main

Auch in Frankfurt wird es am U-Bahnsteig eng, wie unser Video zeigt. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft hat umfassende Hygienevorschriften für alle Bahnsteige eingeführt – aber wie effektiv sind die bei einem solchen Passagieraufkommen noch? Mehr dazu lesen Sie hier.


Quelle: DPA, RTL.de