Illegale Veranstaltungen nehmen zu

Berliner DJ über U-Bahn-Party: "Klar, das war keine gute Idee!"

26. Oktober 2020 - 16:15 Uhr

Im Video: Berliner DJ über Partys während Corona

Immer wieder finden bundesweit illegale Partys statt. Die Polizei musste am Wochenende sogar trotz strenger Corona-Regeln eine Party mit 600 Fetisch-Fans beenden. Wir haben mit einem DJ aus Berlin über die momentane Lage und die verbotenen Partys gesprochen. Im Video spricht er über seine Ansichten.

Berliner U-Bahn-Party über mehrere Stationen

DJ Crazyandwildboy ist noch ziemlich neu in der Szene. Kurz vor der Corona-Pandemie hat er mit einer neuen Idee in Berlin angefangen: Die Partymeute auf dem Weg zur Location in der U-Bahn, bereits zu entertainen. Sein Ziel: "Menschen bisschen Freude zu schenken, nicht mehr nicht weniger, positive Laune", sagt DJ Crazyandwildboy im RTL-Interview. Besonders in dieser momentanen Lage sei es sehr wichtig, die Laune oben zu halten.

Der Berliner DJ möchte einiges anders machen und sich der Pandemie anpassen. Er spielt seine Musik auch mal auf einem Hof mit lauten Boxen ab, um die Menschen auf den Balkonen zu bespaßen. Doch ein Video des DJs sorgt in den sozialen Medien für geteilte Meinungen: Mit einer Gruppe feiert er in der U-Bahn – die meisten Teilnehmer ohne Maske und alle ohne genügend Abstand. Einer von ihnen hatte offenbar Geburtstag, seine Freunde hatten den DJ eingeladen, damit er im Waggon über mehrere Stationen seine Musik spielen kann.

Eine fette illegale Party, wie sie in den Medien dargestellt worden sei, sei es aber nicht gewesen, sagt der DJ. "Wir haben versucht, uns im Rahmen des Gesetzes zu verhalten es wurde gesagt, dass jeder eine Maske tragen sollen. Wir haben mit einer kleinen Gruppe an Menschen ein Video gedreht, wo Menschen gefeiert haben. Wir haben ja gefeiert ein paar Stationen, aber mehr ist da nicht", erzählt DJ Crazyandwildboy. Was auf dem Video nach einer großen Menschenmenge aussah, sollen nicht mehr als 20 Personen gewesen sein.

Berliner DJ: "Klar, das war keine gute Idee"

Der DJ bekomme viele positive Nachrichten, die seine Message verstehen würden und sagen "du bringst uns gute Laune, du schenkst uns Hoffnung, vielen Dank". Andere verurteilen den DJ, dass er überhaupt an so etwas teilgenommen hat. "Ich glaub nicht, dass das jetzt ein Grund dazu ist, uns vorzuwerfen, dass wir die Menschheit des gesamten Landes gefährdet haben. Klar, das war keine gute Idee, keine gute Entscheidung. Das ist ne andere Frage."

Der Berliner DJ glaube an Corona und gehöre nicht zu den Verweigerern. "Ich glaube an Corona natürlich, aber ich bin lebendig und vielleicht bisschen zu jung. Ich versuche, auf meine Art und Weise, Menschen Hoffnung zu schenken."

Polizei appelliert an Vernunft der Menschen

Hoffnung schenken – das tun aber besonders nicht die Menschen, die illegal große Partys feiern. Auch nach langwierigen Einsätzen in Berliner Parks will die Polizei weiter an die Vernunft der Menschen appellieren. "Es kann nicht sein, dass die Polizei die Vernunft von anderen Menschen ersetzt", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Freitag bei Radio Eins vom RBB.

Man wolle immer zunächst mit den Menschen sprechen und an das Verantwortungsbewusstsein appellieren - "auch wenn es leider nicht immer fruchtet". Bei Partys könnten Einsatzkräfte nicht "rohe Gewalt" walten lassen. Cablitz sagte, zuletzt seien Musikanlagen sichergestellt worden, was den Veranstaltern "ein wenig mehr weh tut" und sie eventuell abschrecke.