Berlinerin aus Rammo-Clan wegen Sozialbetrugs angeklagt

Luxus-BMW, Diamanten, Reisen: Diese Clan-Braut soll Hartz 4 bezogen haben

15. Januar 2020 - 11:11 Uhr

Clan-Kriminalität in Berlin: Staatsanwaltschaft geht gegen mutmaßliche Sozialbetrügerin vor

Den Clans geht es immer mehr an den Kragen: Ermittler versuchen sie da zu treffen, wo es richtig weh tut - beim Geld! Die Staatsanwaltschaft Berlin führt gerade ein Verfahren gegen die Verlobte eines Mitglieds des berüchtigten Rammo-Clans. Die Anklage: Sozialbetrug. Wir klären was der 39-Jährigen genau vorgeworfen wird und im Video wollen wir mit ihr darüber sprechen.

Hartz 4 und ein Luxus-BMW: Wie passt das zusammen?

Yasmin S., Verlobte eines Mitglieds der Rammo-Familie, muss sich vor Gericht verantworten und erklären, warum sie sich trotz ihrer Hartz-4-Bezüge teure Reisen nach Dubai oder New York leisten kann. Außerdem besitzt sie einen Luxus-BMW und bei zwei Wohnungsdurchsuchungen wurden bei der 39-Jährigen über 60.000 Euro Bargeld und Diamanten im Wert von 70.000 Euro gefunden. Angeblich alles Geschenke ihrer großzügigen Eltern.

Laut Anklage geht es um 46.558,56 Euro, die Yasmin S. an Sozialleistungen in den letzten drei Jahren kassiert hat. Darin sind unter anderem die Zuwendungen für den Lebensunterhalt der Familie und Sonderleistungen für Bildung und Teilhabe für die Kinder enthalten. Die Leistungen wurden zu Unrecht gezahlt, so die Anklage. Oberstaatsanwältin Petra Leister (zuständig für organisierte Kriminalität) erklärt uns, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass sie mehr Gelder eingenommen hat als sie im Rahmen der Beantragung der Jobcenter-Leistungen angegeben hat. Kurzum: Sozialhilfebetrug.

Zeugen sollen im Prozess gegen das Mitglied des Rammo-Clans zu Wort kommen

Gegen die 39-Jährige läuft eine Anklage wegen Soziabetrugs
Yasmin S. auf dem Weg ins Gericht
© RTL

Heute wird der Prozess gegen die dreifache Mutter fortgesetzt, zudem werden Zeugen vernommen, so jedenfalls der Plan. Geladen wurden unter anderem Jobcenter-Mitarbeiter und Polizisten. Doch dann die Wendung: Dieser Prozesstermin wird aus gesundheitlichen Gründen verschoben.

Oberstaatsanwältin Petra Leister erklärt RTL gegenüber: "Wir können heute aufgrund des Umstandes, dass bei der Angeklagten eine Risikoschwangerschaft vorliegt, nicht ausschließen, dass sie verhandlungsunfähig ist." Der Prozess wird im nächsten Jahr nach dem Geburtstermin fortgesetzt, frühestens im Mai 2020.

Weitere Hintergründe und wie kriminelle Clans in Deutschland herrschen, klären wir in einer Doku bei TVNOW.