Hitziger Streit in Notunterkunft

Zu viel Strom im Dachgeschoss: Heim in Berlin nimmt Hartz-IV-Empfänger Ventilator weg

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13. Juni 2019 - 10:16 Uhr

Notunterkunft konfisziert Hartz-IV-Empfänger Ventilator

Temperaturen über 30 Grad, eine Dachgeschosswohnung und ein Ventilator. Doch Abkühlung bedeutet das in einer Berliner Notunterkunft für Obdachlose noch lange nicht. Den Bewohnern ist das elektrische Lüftchen nämlich untersagt. Der Grund: Zu hoher Stromverbrauch. Dem Hartz-IV-Empfänger ist deshalb das selbst angeschaffte Gerät angeblich sogar konfisziert worden. Die Betreiberin begründet das Vorgehen gegenüber der Berliner Zeitung mit einem generellen Verbot für alle Bewohner. "Wenn wir es allen Bewohnern erlauben, würden die Stromkosten zu stark ansteigen."

900 Euro Miete vom Jobcenter

Für den 37-jährigen Bewohner der Notunterkunft ist das alles nicht nachvollziehbar. Er leidet in seiner 11-Quadratmeter-Dachgeschosswohnung besonders. Deshalb habe er sich extra für 50 Euro den Ventilator besorgt – und kommt jetzt trotzdem ordentlich ins Schwitzen. Dabei zahlt das Jobcenter für die Wohnung des Hartz-IV-Empfängers angeblich stolze 900 Euro Miete jeden Monat. Laut Jobcenter sind Stromkosten im Regelsatz enthalten.

Juristisch wird es spannend

Rechtlich eine schwierige Angelegenheit. Denn es ist gar nicht klar, ob die Betreiberin einfach so über das Stromnutzungsverhalten entscheiden kann.

Die Heimbetreiberin empfiehlt den Bewohnern laut Artikel batteriebetriebene Ventilatoren. Dagegen hätte sie nichts und das habe sie auch allen schriftlich mitgeteilt. Das wird jetzt nur dem Bewohner des Dachgeschosses mit neu angeschafften Ventilator keinen kühlen Kopf bescheren.