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Tante und Freundin halten ihn für unschuldig

Landgericht Berlin: Serienvergewaltiger-Prozess gegen Sinisa K. beginnt im Februar

Sinisa K. soll mehrere Frauen in Berlin vergewaltigt haben.
Sinisa K. soll mehrere Frauen in Berlin vergewaltigt haben.
© Privat

05. Februar 2021 - 13:08 Uhr

Exklusive Info: Prozessbeginn am 17. Februar 2021

Er soll in und um Berlin insgesamt sieben Frauen angegriffen haben – in sechs Fällen soll er die Frauen sogar vergewaltigt haben. Ein Opfer war minderjährig, gerade einmal 14 Jahre alt. Wie RTL exklusiv aus Justizkreisen erfuhr, startet im Februar nun der Prozess gegen den Serben Sinisa K. Ab dem 17. Februar 2021 muss er sich wegen sechs vollendeter Vergewaltigungen, einer versuchten Vergewaltigung, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Berlin behaupten.

Berlin: Serienvergewaltiger sorgte über einen Monat für Angst und Schrecken

Die Polizei jagte im Sommer 2020 wochenlang nach dem zunächst unbekannten Serienvergewaltiger, der vor allem im Bereich südlich des Wannsees seine Opfer angriff. Erst einen Monat und zwei Tage nach seiner ersten Tat schnappte die Polizei dann am 14. Juli 2020 Sinisa K.- ein Fingerabdruck soll ihn verraten haben. Seitdem sitzt der heute 30-jährige in Untersuchungshaft in der JVA Moabit.

Sinisa K. wird Vater während er in U-Haft sitzt

Milijana M.  bringt Tochter zur Welt
Milijana M. , die Freundin des mutmaßlichen Serienvergewaltigers von Berlin, hat ein kleines Mädchen zur Welt gebracht.
© Milijana M. /Facebook

In Untersuchungshaft feierte Sinisa K. im Herbst nicht nur seinen Geburtstag, sondern wurde auch Vater. Seine Freundin Milijana M. brachte im August die gemeinsame Tochter in Serbien zur Welt. Zuvor hatte Milijana K. sieben Monate gemeinsam mit Sinisa K. in Berlin verbracht. Erst drei Tage vor dem ersten Überfall ist sie zurück nach Serbien gereist. Dennoch glaubt Milijana K. an die Unschuld ihres Freundes. "Das ist eine reine Lüge", wehrt sie die Vorwürfe gegen ihren Liebsten im Interview mit RTL ab. "Jemand will ihn zum Schuldigen machen.", behauptet sie.

Sinisa K. habe seine Freundin immer gut behandelt. "Wir haben zusammengelebt, uns verstanden, alles war ok." Der Vater ihres Kindes hätte ihr viele Sachen gekauft, sei zärtlich gewesen – "alles war bestens".

Nicht zum ersten Mal hinter Gittern

Eine Haftstrafe wäre für Sinisa K. nichts Neues. In seiner Heimat Serbien saß er bereits für fünf Jahre wegen Diebstahls und Vergewaltigung in Haft. Nach dieser Zeit sei es für den 30-Jährigen schwierig gewesen, in den Alltag zurückzukehren, erzählt sein Vater Branislav K. bei RTL in einem Interview im Sommer 2020. Sein Sohn habe das Haus nicht verlassen und sei wie verloren gewesen. Mehrere Wochen soll er zu Hause weder richtig gegessen noch getrunken haben.

Tante von Unschuld ihres Neffen überzeugt

In Serbien trifft RTL-Reporter Jürgen Weichert auch die Tante von Sinisa K. Auch sie glaubt fest an die Unschuld ihres Neffen. Im Interview mit RTL sagte sie: "Er hat das nicht getan. [...] Wir sind eine anständige Familie, wir würden es nicht zulassen, dass er so etwas macht.". Tante Jasmina geht davon aus, die Tat wurde ihrem Neffen nur untergeschoben. Schließlich sei er nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen - für sein erstes Kind.

Sein heute neunjähriger Sohn stammt aus einer früheren Beziehung. Zwar habe er kaum noch Kontakt zu Mutter und Kind, allerdings müsse er Unterhalt zahlen und sei deswegen 2019 nach Deutschland gekommen.

Bisher kein Kommentar zu den Vorwürfen vom Angeklagten

Serienvergewaltiger von Berlin
Der 30-Jährige soll sieben Frauen angegriffen und sechs von ihnen vergewaltigt haben.
© .

Sinisa K. selbst hat sich zur Sache bisher nicht geäußert. Auch im Prozess muss er nicht aussagen. Die Leiterin des Landeskriminalamtes teilte allerdings im Sommer letzten Jahres schon mit, wie perfide der Serbe vorgegangen sein soll. Der Mann habe ein bestimmtes Tatmuster gehabt, teilte Norma Schürmann, Leiterin des Landeskriminalamts, mit.

Er habe die Opfer stets freundlich zu belebter Zeit angesprochen und danach mit Gewalt gepackt und gewürgt. "Damit hat er seine Macht demonstriert", so Norma. Danach habe er sie vom Weg gezerrt und die Tat begangen. Anschießend habe er sich um die Opfer gekümmert und sogar versucht, sich mit ihnen zu verabreden, sagte die Ermittlerin.

Die Opfer müssen diesen Alptraum ab dem 17. Februar nun vor der Gericht noch einmal durchleben. Denn anders als der Täter haben sie keine Wahl und müssen als Zeuginnen ihre Aussage machen. Die betroffenen Frauen waren zum Zeitpunkt zwischen 18 und 27 Jahre alt, eine von ihnen war sogar erst 14 Jahre alt.

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht bisher von einer Verurteilung des Angeklagten aus. Die Beweislage sei gut, so Staatsanwältin Katrin Frauenkron. Für die drei besonders schweren Fälle drohe bei einer Verurteilung eine Höchststrafe von fünf Jahren pro Tat.


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