Tür an Tür mit Sextätern

Berlin: Schwerverbrecher in Sicherungsverwahrung sollen Freigang bekommen

19. November 2019 - 9:30 Uhr

Offener Vollzug für Mörder und Vergewaltiger

In der Berliner JVA Tegel sollen Mörder, Kinderschänder und Vergewaltiger Freigang bekommen. Schwerverbrecher, die in Sicherungsverwahrung sitzen, könnten dann einfach durchs Wohnviertel spazieren. Die Anwohner haben Angst.

Sicherungsverwahrung vor den Gefängnismauern

Berlin ist das erste deutsche Bundesland, das den offenen Vollzug für Sicherungsverwahrte einführen will. Es handelt sich um ein Pilotprojekt; der Senat will damit einem Auftrag aus dem Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz nachkommen.

Im Anschluss an eine Einschätzung von JVA und Sachverständigen könnten Sicherungsverwahrte, die schon in Lockerungsmaßnahmen erprobt sind, in den offenen Vollzug kommen. Der fände aber nicht wie üblich hinter, sondern vor den Gefängnismauern statt: Wie der "Berliner Kurier" berichtet, soll ab Anfang 2020 ein Haus in der Berliner Seidelstraße saniert und umgebaut werden – wenige Meter vor der Justizvollzugsanstalt Tegel. Dort soll ein offener Vollzug mit zehn Plätzen für Sicherungsverwahrte eingerichtet werden.

Anwohner in Berlin sind entsetzt

Ein Haus voller Gewaltverbrecher und Sextäter – mitten in einem Wohngebiet, in dem es viele Kinder gibt? Anwohner Malte Braetz ist entsetzt. "Ich hab 'ne Tochter, die ist 8 Jahre alt, und die möchte eigentlich hier demnächst alleine zur Schule. Das fällt jetzt erstmal aus, da haben wir Angst", sagt er. Im Video erzählen weitere Anwohner, weshalb ihnen der Plan der Regierung Sorgen bereitet.