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Berlin: Polizei beendet Fetisch-Party - Jetzt wehrt sich der Veranstalter

Nach Auflösung von „Fetisch-Party“ in Berlin

Veranstalter wirft Polizei Stigmatisierung vor

Polizei Berlin
Polizisten lösen Party in Berlin auf
RTL

Fetisch-Party-Teilnehmerin: "Im Endeffekt ist nichts passiert"

Die Aufregung war groß, als am Samstagabend die Polizei in Berlin-Mitte eine Party mit rund 500 Teilnehmern auflöste . Die Rede war von unverantwortlichem Verhalten. Jetzt meldet sich der Veranstalter „Pornceptual“ in einem schriftlichen Statement zu Wort, kritisiert den Polizei-Einsatz und wirft den Beamten sogar Diskriminierung vor. Eine Teilnehmerin der Veranstaltung hat mit uns gesprochen und ihre Eindrücke geschildert.

Veranstalter: Hygienekonzept eingehalten

„Es sah alles voll dramatisch aus, im Endeffekt ist aber nichts passiert und eigentlich hat der Veranstalter, nicht die Polizei, dafür gesorgt, dass die Abstände eingehalten werden“, sagt die Party-Teilnehmerin im RTL-Interview. Sie erzählt, dass alles gut organisiert war, Fieber am Eingang gemessen wurde und regelmäßig auf die Einhaltung des Mindestabstands hingewiesen wurde. Alles also genau geplant. Wie aber kam es dann zu der Auflösung der Veranstaltung?

Laut Polizei waren es zu viele Menschen auf zu engem Raum, die weder den Abstand, noch die Maskenpflicht einhielten. Die Betreiber der Veranstaltungs-Location der „Alten Münze“ weisen die Vorwürfe ab und zählen in einem veröffentlichten Statement die getroffenen Vorkehrungen auf.

„Am Samstag hat im Innenhof der Alten Münze (3.500 qm) eine Open Air Veranstaltung unter Einhaltung der aktuelle Hygieneverordnung des Landes Berlin stattgefunden“. Die aktuellen Covid-19-Regelungen erlauben öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Personen. Auch die Sperrstunde wurde nicht überschritten, da die Party bereits um 20:30 Uhr aufgelöst wurde. Es galt eine allgemeine Maskenpflicht und zusätzlich wurden Desinfektionsspender für alle Gäste aufgestellt.

Polizei macht sich über Teilnehmer lustig

Der Veranstalter des politisch queeren Projektes „Pornceptual“, wirft der Polizei und Medien Stigmatisierung vor. „Während viele andere legale Open-Airs in Berlin gestern geschlossen wurden, schafft es nur die „Fetischparty“ in die Medien und erweckt den Eindruck, Teil der Fetischszene zu sein sei beschämend.“ Auch die Party-Teilnehmerin, die unerkannt bleiben möchte, nahm es wahr „als hätte die Polizei ihre Macht demonstrieren wollen“.

„Unsere Gäste wurden als Freaks und Gesetzlose behandelt und von der Polizei gedemütigt“, sagen die Veranstalter. Außerdem soll ein „Mitglied ihres Teams“ sogar als „ekelhaft und pervers“ beschrieben worden sein, teilte der Veranstalter auf seiner Website mit. Die Beamten sollen sich über die „Fetisch-Party-Teilnehmer“ lustig gemacht haben, was dem Veranstalter besonders durch die Twitter-Mitteilung der Polizei auffiel. Hier posteten sie: „Für ca. 600 Gäste einer Fetisch-Party in #Mitte endete diese vermutlich unbefriedigend“. Ganz so als ginge es auf einer solchen Party nur um Sex.

Auf RTL-Anfrage sagt ein Pressesprecher der Polizei, dass die Kommunikation der Polizei Berlin stets sachlich sei und auf „Respekt, Freundlich- und Höflichkeit“ basiere. Gegenüber RTL bestätigen Polizeikreise allerdings im Vertrauen, dass die Formulierungen auch polizeiintern für Diskussionen gesorgt haben. Die Aktivisten nehmen das Ereignis als einen „Kulturkampf“ wahr und kündigen an, weiterhin für die queere Minderheit zu kämpfen.