Berlin-Marzahn: Justin will raus aus dem Hartz-IV-Teufelskreis

09. Mai 2018 - 12:13 Uhr

Knapp 50 Prozent Hartz-IV-Empfänger

Die Alte Hellersdorfer Straße in Berlin-Marzahn ist keine Straße wie jede andere. Auch wenn ihr Name Romantik suggeriert – die Realität sieht düster aus: Fast jeder Zweite lebt hier von Hartz IV, viele schon in der zweiten Generation. Dass es aber Wege aus diesem Teufelskreis gibt, zeigt die Geschichte des 16-jährigen Justin.

Hoffnung für die "Straße der geplatzten Träume" in Berlin-Marzahn

Die Arche ist ein Treffpunkt vieler Hellersdorfer Kinder. Mit seinen gerade mal 16 Jahren ist Justin hier schon ein Urgestein, er kommt seit acht Jahren. Wenn ihm zuhause wieder alles zu viel wird, zieht er sich in die Arche zurück. "Ein bisschen chaotisch" sei es manchmal daheim, erzählt Justin. "Wir sind zu zehnt." Wenn seine Eltern abends zur Arbeit gehen, kümmert er sich um die jüngeren Geschwister. Abends arbeiten – dazu gibt es keine Alternative. Denn Justins Eltern leben von Hartz IV und müssen aufstocken, um die Familie über die Runden zu bringen.

"Straße der geplatzten Träume" wird die Alte Hellersdorfer Straße in Marzahn auch genannt, denn die Arbeitslosenquote ist gigantisch. Einige wollen hier für immer bleiben, viele aber nur noch weg. Kinder von langjährigen Hartz-IV-Empfängern sind auf dem Arbeitsmarkt oft chancenlos. Dagegen will die Arche etwas tun, Werte vermitteln, das Miteinander fördern.

Justin ist inzwischen Teil des Arche-Teams geworden. Er hilft bei der Betreuung, übernimmt Verantwortung und – er glaubt an seine Chance. "In Richtung Handwerk" will er sich orientieren und eine Ausbildung machen, vielleicht sogar den Master. Und es sieht gut für ihn aus: Den Schulabschluss hat er schon mal in der Tasche.

Hier gibt's alle Infos zum RTL-Themenmonat "Leben mit Hartz IV".