Berlin, Köln und Hamburg: Die Einbruchhochburgen Deutschlands

17. August 2012 - 20:32 Uhr

2011: Über 20.000 Einbrüche in Berlin, Hamburg und Köln

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt dramatisch, nur die wenigsten werden aufgeklärt: Während die Kriminalität insgesamt zurückgeht, stieg die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent. Von den 132.595 Fällen wurden nur 16,2 Prozent aufgeklärt.

Einbrüche, Kriminalität
Vorsicht: Zahl der Einbrüche steigt.
© dpa, Robert Schlesinger

Im Vergleich der deutschen Großstädte waren in Berlin im vergangenen Jahr am häufigsten Einbrecher unterwegs. Die Polizei erfasste 11.006 Fälle, die Aufklärungsquote lag bei 8,1 Prozent. Platz zwei belegt Hamburg mit 6.482 Fällen (Aufklärungsquote 8,3 Prozent) vor Köln mit 5.084 Fällen und einer Aufklärungsquote von nur 6,4 Prozent.

Das geht aus der vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Auf Rang vier steht Düsseldorf mit 3.350 Fällen und einer Aufklärungsrate von 9,7 Prozent vor Bremen mit 2.772 Fällen (9,6 Prozent) und Frankfurt am Main (2.386 Fälle/12,5 Prozent).

In Dortmund registrierten die Beamten im vergangenen Jahr 2.342 Einbrüche in Wohnungen, bei denen in 6,9 Prozent der Fälle die Täter ermittelt werden konnten. Auf Rang acht folgt Essen vor Duisburg und Bonn. Die Großstädte im Süden waren weniger betroffen. So gab es in München lediglich 871 erfasste Fälle, die Aufklärungsquote lag in der bayerischen Landeshauptstadt bei 24,6 Prozent. Stuttgart verzeichnete 933 Fälle, von denen 21,7 Prozent aufgeklärt wurden.

Neue Weg im Kampf gegen Einbrüche

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet gab es die meisten Einbrüche in Recklinghausen. Dort wurden mit 587 Fällen die meisten Fälle pro 100.000 Einwohner registriert, gefolgt von Bremerhaven (576 Fälle), Düsseldorf (569 Fälle), Bremen (506 Fälle) und Köln (505 Fälle). In Berlin wurden 318 Fälle pro 100.000 Einwohner erfasst.

"Man muss neue Wege gehen, um dem Wohnungseinbruch Herr zu werden", fordert der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Christian Pfeiffer. Die niedrigen Aufklärungsraten in vielen Städten seien skandalös. Mit diesem Ziel startet der frühere niedersächsische Justizminister ein Forschungsprojekt mit Opferbefragungen in Bremerhaven, Hannover und Berlin in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei. Auch zwei süddeutsche Städte sollen hinzukommen.

Mit einem besseren Informationsfluss zwischen den einzelnen Polizeidienststellen und der Staatsanwaltschaft sowie einer personellen Aufstockung will die Polizei versuchen, den Einbrechern das Handwerk zu legen. Vorige Woche startete zudem eine groß angelegte Präventionskampagne.

Es gehe zunächst um schlichte Dinge wie die Wohnung abzuschließen und die Fenster richtig zuzumachen, betont der Sprecher der Berliner Polizei, Alexander Tönnies. Die meisten Kriminellen gäben bereits nach fünf Minuten auf. In Berlin ebbt die Einbruchswelle trotz aller Anstrengungen bisher nicht ab. Im ersten Halbjahr 2012 gab es schon 5.919 Fälle, knapp 700 mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres.

Die Täter gliedern sich der Polizei zufolge in drei Gruppen: Streng hierarchisch organisierte Banden aus Osteuropa, Drogenabhängige sowie Jugendliche. Die osteuropäischen Banden ziehen teils mit wechselnden Identitäten von Ort zu Ort und gehen professionell vor. Als Täter schicken sie häufig junge Frauen vor, die zum Beispiel im Treppenhaus eines Mietshauses keinen Verdacht erregen.