Berlin: Hat Mahdi A. die Tochter (4) seiner Pflegefamilie missbraucht?

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21. Januar 2018 - 17:51 Uhr

Schwere Vorwürfe

Im März 2016 war der Afghane Mahdi A. nach Deutschland gekommen. Eine Familie aus Berlin nahm den Flüchtling wohlwollend auf, kümmerte sich liebevoll um ihn. Doch das Ganze entwickelte sich zu einem Albtraum: Heute ist die Familie davon überzeugt, dass Mahdi A. ihre vierjährige Tochter missbrauchte.

Flüchtling Mahdi A. spielte mit der Vierjährigen Doktor

Weit über ein Jahr lebte Mahdi A. bei der Familie in Berlin, dann änderte sich das harmonische Zusammenleben schlagartig. Als die Familie am 25. Juli 2017 für einen Termin das Haus verlässt, bleibt die vierjährige Tochter mit Mahdi und einem weiteren Flüchtling, den die Familie mittlerweile aufgenommen hat, Zuhause. Es folgte ein Schock für die Familie: Die kleine Tochter erzählte ihren Eltern, Mahdi A. habe mit ihr "Doktor gespielt". Der andere Junge habe dabei zugesehen.

Als die Mutter genauer nachfragte, erfuhr sie weitere beunruhigende Details. Sie brachte ihre Tochter in eine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Dort stärkten die Ärzte den schlimmen Verdacht der Eltern: Den Medizinern zufolge besteht ein dringender Verdacht auf mehrfachen sexuellen Missbrauch.

Wie alt ist Mahdi A. wirklich?

Gegenüber der Polizei bestreitet Mahdi alle Vorwürfe. Außerdem gibt es ein großes Problem: Offiziell war Mahdi zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt - damit wäre er nicht strafmündig. Doch an seinem Alter gibt es große Zweifel. Weil bei seiner Einreise Anfang 2016 Ausweispapiere fehlten, notierten Beamte kurzerhand den 1. Januar 2004 als Geburtstag. Wie alt Mahdi wirklich ist, weiß wohl nur er selbst.

Nur wenn Mahdi mindestens 14 Jahre alt wäre, wäre er strafmündig. Die Staatsanwaltschaft lehnte einen Alterstest jedoch ab, da es keinen hinreichenden Tatverdacht gebe. Und aus demselben Grund stellten die Beamten das Ermittlungsverfahren auch mittlerweile ein.

Nach Informationen der 'Bild'-Zeitung stellte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dem Flüchtling im Dezember 2017 sogar neue Papiere mit einem neuen Geburtstag aus. Mehdi nennt sich nach Informationen des Blattes seitdem Ahmad M. und hat ein neues Leben im schwedischen Malmö begonnen. Für die Familie des mutmaßlichen Opfers ist der Fall eine Tragödie: Weder werden sie herausfinden, ob sich Mahdi wirklich an ihrer Tochter vergangen hat, noch würde er jemals dafür belangt werden.