Antisemitischer Angriff in Berlin: Gürtelschläger stellt sich der Polizei

20. April 2018 - 7:19 Uhr

21-Jährigen geschlagen, weil er eine Kippa trug

Der 21-Jährige, der im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg einen israelischen Studenten mit einem Gürtel geschlagen hat, weil dieser eine Kippa trug, hat sich der Polizei gestellt.

Staatsschutz ermittelt nach antisemitischem Angriff in Berlin

Lychener Straße Berlin hier schlug der Täter mehrfach auf sein Opfer ein.
Der Angriff ereignete sich in der Lychener Straße in Berlin.
© dpa, Paul Zinken, pdz axs

Der Täter hat sich im Beisein seiner Anwältin direkt im Landeskriminalamt in Berlin gestellt. Aufgrund der Vermutung, dass die Tat einen antisemitischen Hintergrund hat, ermittelt der zuständige Staatsschutz gegen ihn, berichtet 'Bild'.

Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte auf einem Festtag zum 70. Geburtstag Israels zu dem Vorfall: "Solange junge Männer auf offener Straße verprügelt werden, nur weil sie eine Kippa tragen, solange Preise für judenfeindliche Provaktionen verliehen werden, ist das beschämend für unser Land."

Täter soll ein 19-Jähriger aus Syrien sein

Bei dem Täter handelt es sich laut Bild-Zeitung um Knaan S. einen 19-jährigen Flüchtling aus Syrien. Gemeldet ist der Mann in einer Einrichtung in Brandenburg, soll aber zuletzt mit einem Koffer in Berlin gelebt haben. Ob der Täter bei der Polizei eine Aussage gemacht hat, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung sind gegen ihn eingeleitet.

Opfer ist Atheist und unternahm einen Selbstversuch

Das Opfer ist ein arabischer Israeli und bezeichnet sich selbst als Atheist. In einem Selbstversuch setzte er sich eine Kippa auf, um sich durch die Kopfbedeckung als Jude zu kennzeichnen. Der Täter empfand dies als Provokation und griff den Mann mit einem Gürtel an. Das Opfer filmte den Angriff, um auf die antisemitischen Strömungen und das Aggressionspotential aufmerksam zu machen.

Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus veröffentlichte ein Video des Vorfalls, um auf die Tat aufmerksam zu machen.