Attentäter Anis Amri tötete zwölf Menschen

Berlin gedenkt der Opfer des Breitscheidplatz-Anschlags

19. Dezember 2019 - 19:42 Uhr

Islamistisches Attentat vor drei Jahren

Drei Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche hat Berlin der Opfer gedacht. Trauernde kamen am Donnerstag zum Mahnmal in der City West, legten Blumen nieder, entzündeten Kerzen und verharrten still. Am Abend war eine Andacht geplant, an der auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilnehmen wollte.

Wolfgang Schäuble: Opfer sind nicht vergessen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) betonte im Bundestag, die Opfer seien nicht vergessen. Der Anschlag habe tiefe Wunden, Trauer, Schmerzen und Traumata hinterlassen. Es sei deutlich geworden, dass die freiheitliche Demokratie verwundbar sei.

Anis Amri steuerte Lkw in Menschenmenge am Berliner Breitscheidplatz

Am 19. Dezember 2016 war der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gefahren. Insgesamt wurden bei dem Anschlag zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt, viele von ihnen schwer. Amri wurde später auf der Flucht in Italien erschossen. Mehrere parlamentarische Untersuchungsausschüsse versuchen seitdem, Fehler und Versäumnisse von Behörden aufzuarbeiten.

Mindestens zwölf Überlebende erhalten bis heute Pflegeleistungen, teilte der Opferschutzbeauftragte des Bundes, Edgar Franke, mit. "Ein Verletzter muss rund um die Uhr gepflegt werden." Er wisse persönlich von etwa 20 Betroffenen, die weiter unter den psychischen Folgen litten. Etwa ebenso viele Menschen könnten bislang nicht mehr so wie vor dem Anschlag arbeiten.

Hilfe für Opfer des Anschlags

Laut Franke wurden bisher rund 4,3 Millionen Euro finanzieller Hilfen an Betroffene und Hinterbliebene ausgezahlt. Die Höhe der Opferrenten beträgt demnach für Verletzte je nach Grad der Schädigung zwischen 151 und 784 Euro im Monat. Mindestens drei Menschen würden lebenslang monatliche Entschädigungszahlungen erhalten.

Viele Angehörige hatten nach dem Anschlag beklagt, sie seien allein gelassen worden und hätten sich durch einen Bürokratiedschungel kämpfen müssen. Später wurden Hilfen verstärkt, Anlaufstellen eingerichtet und Gesetze geändert.