Polizei-Appell: Mehr Zivilcourage, bitte!

Frau in Berliner S-Bahn attackiert - niemand hilft

02. Juli 2020 - 9:43 Uhr

S-Bahn-Angriff in Berlin: Video ging viral

Der brutale Angriff auf eine Frau in einer Berliner S-Bahn steht vor der Aufklärung. Der Tatverdächtige wurde ermittelt. Die Polizei bittet jetzt darum, dass vielfach geteilte Video des Angriffs auf eine Frau nicht weiter zu verbreiten. Aus diesem Grund haben wir die Aufnahmen stark unkenntlich gemacht. Außerdem weist die Polizei klar darauf hin, dass bei dem Vorfall das Einschreiten anderer Menschen hätte helfen können.

Niemand muss sich einer Gefahr aussetzen!

In einem Facebook-Post wird auf die Seite "Zivile Helden" verwiesen. Diese sowie "ein schnelles Einschreiten" hätten helfen können. Weiter heißt es: "Zwar muss sich niemand selbst einer Gefahr aussetzen. Doch die Verständigung anderer Menschen, ein Herbeirufen von Hilfe und gemeinsames Vorgehen sind in den meisten Fällen eine bessere Hilfe als das eigensinnige Verlassen des Ortes."

Außerdem appelliert die Polizei daran, Bilder und Videos nicht einfach ins Netz zu stellen, sondern besser den Ermittlern zu geben: "Das Filmen solcher Situationen ist für die Ermittlungen besonders dann hilfreich, wenn das Videomaterial der Polizei direkt zur Verfügung gestellt und NICHT auf Social Media verbreitet wird."

Aufnahmen nicht einfach so ins Netz stellen

Der Angriff auf die Frau ereignete sich am Montagnachmittag in einer S-Bahn der Linie 75. Das Video verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien, wurde zigtausend mal geteilt und fleißig kommentiert. Zu sehen ist ein Mann, der eine Frau anschreit, sie später auch körperlich angreift und aus der Bahn schubst.

Mehrmals bittet sie um Hilfe, doch so richtig traut sich niemand, dem Angreifer entschieden gegenüberzutreten. Wohl auch deshalb der Aufruf der Polizei zu mehr Zivilcourage. Verbunden mit der Bitte, Aufnahmen solcher Vorfälle nur an die Polizei weiterzugeben.

"Private Fahndungen und öffentliche Zurschaustellungen Verdächtiger und der Opfer beschneiden Persönlichkeitsrechte und könnten weitreichende Folgen für die Betroffenen und die Ermittlungen haben. Für das Opfer ist es zudem entwürdigend und sorgt dafür, dass das Erlebte schwerer verarbeitet werden kann", heißt es in dem Post.

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