Berlin: Eltern und Kinder demonstrieren für mehr Kitaplätze

27. Mai 2018 - 11:15 Uhr

3.000 Demonstranten zogen durch Berlin

Mit bunten Luftballons, Buggys und zahlreichen Plakaten haben in Berlin mehrere Tausend Eltern, Kinder, Erzieher und Gewerkschafter für mehr Kita-Plätze demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter zogen rund 3.000 Menschen bei sommerlichen Temperaturen durch die Hauptstadt. Tausende Eltern sind monatelange auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für ihre Kinder, oft ohne Erfolg.

Alleine in Berlin fehlen 2.500 Kitaplätze

Der Protestzug zog vom Bahnhof Friedrichstraße in Richtung Brandenburger Tor. "Unsere Forderungen an den Senat lauten: Mehr Kita-Plätze schaffen, mehr Erzieher und eine bessere Bezahlung", erklärte ein Sprecher des Elternbündnisses 'Kitakrise Berlin'.

In Berlin gibt es laut Familienverwaltung rund 170.000 Plätze in Kitas und Tagespflege. Obwohl sich diese Zahl in den vergangenen Jahren stetig erhöht hat, fehlen momentan unterm Strich etwa 2.500 Plätze. Folge ist, dass etliche Eltern keine wohnortnahe Betreuung für ihren Nachwuchs bekommen - obwohl sie darauf einen Rechtsanspruch haben.

Auch in Großstädten wie Leipzig oder Köln sei die Lage angespannt. "Das Problem betrifft wirklich alle jungen Eltern", sagte Ann-Mirja Böhm, Sprecherin des Elternbündnisses. Im Video erklären die Betroffenen, was es konkret für sie bedeutet, keinen Kitaplatz zu finden.

Wie lässt sich das Kita-Problem lösen?

Demo für mehr Kita-Plätze in Berlin
In Berlin demonstrierten 3.000 Menschen für mehr Kita-Plätze.
© dpa, Carsten Koall, cul

Weil es aber nicht genügend Erzieher gibt, wird das Problem auch erst mal weiter bestehen. Denn bis neue Fachkräfte ausgebildet sind, dauert es Jahre. Viele Erzieher hängen ihren Job auch aus Frust an den Nagel, weil sie so schlecht bezahlt werden. Der Deutsche Städtetag fordert darum ein Ende der Ausbildungskosten für Erzieher.

"Dass angehende Erzieherinnen und Erzieher für ihre Ausbildung bezahlen müssen, ist ein Anachronismus, der abgeschafft gehört", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) forderte, dass die Ausbildung, Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für Erzieher verbessert werden müssen, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen.


Quelle: DPA, RTL.de