Bericht zu Kinderarmut in Deutschland: 10-Jähriger stellt Politikern Fragen und fühlt sich "veräppelt"

02. Februar 2018 - 17:07 Uhr

Zwei Drittel der Befragten finden, dass die Politik zu wenig gegen Kinderarmut tut

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat in Berlin den neuen Bericht zur Kinderarmut in Deutschland vorgestellt. Eines ist ziemlich klar geworden: Wir stellen unseren Politikern kein besonders gutes Zeugnis aus. Zwei Drittel der befragten Kinder und Erwachsenen finden, dass die Politik zu wenig gegen das Armutsproblem unternimmt. Das sieht auch der 10-jährige Alexander Laue so: Er lebt mit seiner Mutter und zwei Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen und hat die Abgeordneten im Bundestag gefragt: Warum sind wir eigentlich so arm?

"Was können Sie mir und den anderen Kindern denn versprechen?“

Zuerst befragte Alex Christian Lindner von der FDP:

"Was können Sie mir und den anderen Kindern denn versprechen?"
Antwort Lindner: "Vor allen Dingen beste Bildung."

Hmm. Sagt sich leicht, Herr Lindner - und hört sich auch gut an. Bringt Alexander Laue aber gerade - konkret - gar nicht so viel. Der 10-Jährige ist eines von 2,7 Millionen Kindern in Deutschland, die in Armut leben. Seine Mutter Jessica ist alleinerziehend und muss mit Hilfe von Arbeitslosengeld II drei Kinder versorgen. Ganz alltägliche Dinge sind für sie Luxusartikel.

Alexander zieht ernüchterndes Fazit

ARCHIV - Die Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Sabine Zimmermann, spricht am 27.04.2013 auf der Landesvertreterinnenversammlung der Partei in Schkeuditz (Sachsen).     (zu dpa "Millionenfache Befristungen auf dem Jobmarkt - Höheres Armutsri
Wurde unter anderem vom 10-jährigen Alexander zum Thema Kinderarmut befragt: Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann.
© dpa, Jan Woitas, woi fux lre tba

"Ich frage mich immer: Warum ist das so? Warum können wir nicht auch so viel Geld haben wie die?", sagt Alex und holt sich die Antworten im Bundestag einfach selbst. Der Junge bekommt Antworten: Nicht nur von Lindner, sondern auch von Sabine Zimmermann (Die Linke) und Marcus Weinberg (CDU).

Alexanders Fazit fällt eher ernüchternd aus. Von Lindner fühlt er sich sogar "veräppelt", von anderen zwar ernstgenommen, aber ohne den Eindruck zu gewinnen, dass sie auch wirklich etwas ändern können.   

Dennoch will Alex die Hoffnung nicht aufgeben: Dass irgendwann alle Kinder die gleichen Chancen bekommen - das wünscht er sich. Und zwar ganz konkret.