Bericht: US-Armee wollte Politiker manipulieren

Die US-Streitkräfte in Afghanistan wollten offenbar westliche Politiker mit Psycho-Tricks auf ihre Seite ziehen. Wie das Magazin 'Rolling Stone' berichtete, habe ein Team für psychologische Kriegsführung den Auftrag erhalten, Entscheidungsträger während ihrer Besuche am Hindukusch davon zu überzeugen, sich für mehr Ressourcen und Soldaten stark zu machen. Zu den Zielen hätten vor allem hochrangige US-Politiker gezählt. Aber auch der namentlich nicht genannte "deutsche Innenminister" sei ins Visier geraten. Da der Artikel einen Zeitraum im Jahr 2010 betrachtet, wäre Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gemeint. Manipuliert werden sollten dem Bericht zufolge auch US-Generalstabschef Mike Mullen oder der tschechische Botschafter in Afghanistan. Das Pentagon ordnete an, die Vorwürfe zu prüfen.

Das Magazin beruft sich auf ein Interview mit dem Leiter der Spezialeinheit für "psychologische Operationen" in Afghanistan, Oberstleutnant Michael Holmes. Er habe die Order von seinem Vorgesetzten General William Caldwell erhalten, sich aber geweigert, weil der Einsatz psychologischer Kriegsführung gegen US-Bürger seiner Ansicht nach illegal gewesen wäre. "Mir ist es verboten, so etwas gegen unsere eigenen Leute anzuwenden. Wenn man mich auffordert, solche Methoden auf Senatoren und Abgeordnete einzusetzen, dann wird eine Grenze überschritten", sagte er in dem Interview. Er sei für seine Weigerung bestraft worden. Ein ähnlich explosiver Artikel im 'Rolling Stone' vom selben Autoren führte im Juni 2010 zur Entlassung von Petraeus' Vorgänger. Stanley McChrystal hatte sich in dem Bericht abwertend gegenüber ranghohen US-Politikern geäußert und musste deswegen seinen Posten verlassen.