Newsticker
Alle aktuellen Nachrichten im Überblick

Bericht: Menschliches Versagen ermöglichte Gefängnis-Flucht

An der spektakulären Flucht eines Mannes aus dem Gefängnis Suhl-Goldlauter ist nach Ansicht von Experten menschliches und organisatorisches Versagen Schuld. Das berichtet der MDR Thüringen unter Berufung auf den Abschlussbericht einer Kommission, die den Fall im Auftrag von Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) untersucht hat. Die Untersuchung der Experten soll demnach am Freitag im Justizausschuss vorgestellt werden. Das habe ein Sprecher des Justizministeriums dem Sender bestätigt. Details habe er jedoch nicht genannt, so der MDR.

Der aus Moldawien stammende Häftling soll sich im Oktober 2017 bei der Arbeit in der Gefängniswerkstatt in einer Pappkiste versteckt haben, die abtransportiert wurde. Bei einer Kontrolle war das nicht aufgefallen. Etwa ein halbes Jahr später wurde der mutmaßliche Drogendealer an der rumänisch-moldawischen Grenze von rumänischen Sicherheitsbehörden gefasst.

Nach Informationen des Senders bemängeln die Experten unter anderem, dass am Tag der Flucht erst stundenlang im Gefängnis nach dem Häftling gesucht worden sei. So sei wertvolle Zeit verstrichen. Außerdem habe der Mann besser beaufsichtigt werden müssen beim Packen der Kisten. Kontrolliert worden seien die gepackten Kisten auch nicht. Die Experten monierten zudem bauliche Mängel des Gefängnisses.

Nach der Flucht waren die Bestimmungen für den Warentransport aus Gefängniswerkstätten verschärft worden. Der Justizminister geriet unter Druck, als weiteren Häftlingen die Flucht aus Thüringer Gefängnissen gelang.


Quelle: DPA

Mehr News-Themen