Bericht liegt vor: Bremer Bamf-Skandal viel kleiner als gedacht

26. August 2018 - 15:38 Uhr

Vorgänge in Bremen kamen im April ans Licht

Im April ging ein Aufschrei durch das Land. Als Chefin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Bremen soll Ulrike Bremermann hundertfachen Asylbetrug begangen haben. Mindestens 1.200 Fälle von Asylbetrug habe es in Bremen gegeben, hieß es. Der zuständige Innenminister Horst Seehofer war außer sich, sprach von einem Skandal und feuerte im Juni auch noch Bamf-Präsidentin Jutta Cordt, weil sie angeblich die Aufklärung behinderte.

Positive Bescheide seit 2000 überprüft

Nun gibt es einen Abschlussbericht zu den Vorfällen in Bremen und es sieht so aus, als sei die Zahl viel zu hoch gegriffen – von Asylbetrug im großen Stil kann keine Rede sein.

In einer internen Untersuchung, die auf Cordts Veranlassung geschah, wurden alle positiven Asyl-Bescheide noch einmal überprüft. Von diesen 18.315 Bescheiden soll es nur in 165 Fällen ein "grobes Hinwegsetzen über Vorgaben" gegeben haben. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Ebenso soll es keine Hinweise darauf geben, dass das Bremer Amt die Zahl der Verstöße gezielt klein gehalten hat.

Trotz der erheblich geringeren Anzahl als zunächst angenommen, bleibt die Frage, was Bremermann bei diesen Verstößen antrieb. Darüber trifft der Bericht keine Aussage. Ebenso ist nicht bekannt, wie viele der 165 Bescheide zurückgenommen werden müssen. Das soll eine weitere Untersuchung zeigen