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Bergrutsch in China: Mehr als 120 Menschen verschüttet

Bergrutsch in China: Mehr als 120 Menschen verschüttet

Heftige Regenfälle lösen Katastrophe aus

Vom Dauerregen aufgeweicht, hat der Hang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan irgendwann nachgegeben: eine Gerölllawine stürzte ins Tal und begrub ein ganzes Dorf unter sich. Dort wo noch Minuten zuvor Dutzende Häuser standen, ist jetzt nichts als Schlamm und Geröll zu sehen. Mehr als 120 Menschen werden seit dem Unglück vermisst - doch es gibt auch Hoffnungsschimmer.

62 Häuser unter Schlamm begraben

Hilfskräfte arbeiten am 24.06.2017 auf einer Straße in dem Dorf Xinmo (China) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Nach Angaben der Staatsmedien wurde das Dorf  mit rund 46 Haushalten verschüttet. Die Erdmassen hatten sich von einem hohen Berg
Die Gerölllawine hat das ganze Dorf unter sich begraben.
MAS tba, dpa, Uncredited

Die Zerstörungskraft der Lawine war immens: Der Erdrutsch hatte die Siedlung Xinmo mit 62 teils zweigeschossigen Häusern unter sich begraben. Es gab nur noch eine hunderte Meter breite Geröllwüste. Kein Haus war mehr zu erkennen.

Auf 1.600 Metern wurde eine Straße verschüttet und auf zwei Kilometer der Fluss in dem Tal, an dessen Rand die Siedlung lag. Das Flusswasser bahnte sich einen neuen Weg durch das Geröll.

Schreiender Säugling rettet Eltern

Da gleicht es einem Wunder, überhaupt noch Überlebende zu bergen. Doch am Morgen kommt neue Hoffnung auf: Retter konnten einen Säugling und seine beiden Eltern lebend bergen. "Unser Baby hat mich gerettet", sagt der Vater verletzt im Krankenhaus. Er habe am frühen Morgen aufstehen und sich um das Kind kümmern müssen, weil es schrie. Da habe er gemerkt, dass die Erde ins Rutschen gekommen war. "Meine Frau und ich nahmen das Baby, rannten los und wären beinahe noch verschüttet worden, aber überlebten schließlich."

Fünf Stunden nach dem Unglück wurde auch eine andere dreiköpfige Familie mit Säugling gerettet. Ein weiteres Kind der Familie sei noch in den Trümmern ihres Hauses verschüttet.

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Suche nach Überlebenden dauert an

People search for survivors at the site of a landslide in Xinmo Village, Mao County, Sichuan province, China June 24, 2017. China Daily via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SA
Retter suchen fieberhaft nach Überlebenden.
XH/TP/ems, REUTERS, CHINA DAILY

Hunderte von Helfern suchen weiter nach Vermissten unter den meterdicken Schlammmassen. Wie hoch die Chancen sind, dass noch weitere Überlebende gefunden werden, ist jedoch unklar.

Das Unglück passierte in einer hügeligen Gegend von Sichuan. Seit Wochen gehen in China heftige Regenfälle nieder, die jedes Jahr schwere Überschwemmungen und häufig Erdrutsche auslösen. Laut Behörden ist die Gefahr vor weiteren Erdrutschen nicht gebannt.