Polizeieinsatz in Bergneustadt

Frau setzt sich aufs Kassenband und randaliert - weil sie nur ein Paket Klopapier kaufen durfte

Coronavirus - Hamburg
© dpa, Christophe Gateau, cgt wst

27. März 2020 - 9:17 Uhr

Kundin in Bergneustadt wollte mehrere Pakete Klopapier haben

Wie weit so mancher von uns für ein bisschen Toilettenpapier gehen würde, hätte vor der Corona-Krise in Deutschland sicher niemand geahnt. Eine 54-jährige Frau aus Reichshof (Nordrhein-Westfalen) zeigte in einem Supermarkt, was in ihr steckte, um das heißbegehrte Gut zu bekommen. Mit ihrem Verhalten löste sie sogar einen Polizeieinsatz aus – aber der Reihe nach.

Klopapier ist Mangelware
Durch Hamsterkäufe wurde Klopapier in den letzten Wochen plötzlich zum begehrtesten Produkt in Deutschland.
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Kundin weigert sich, die anderen Toilettenpapier-Pakete wieder herzugeben - und rastet aus

Die Frau fuhr in einen Supermarkt in Bergneustadt, um sich dort mit Klorollen einzudecken. Ihre Verzweiflung muss groß gewesen sein, denn als sie an der Kasse darauf hingewiesen wurde, dass jeder Kunde nur ein Paket kaufen dürfe, rastete die Frau aus. Sie weigerte sich, die übrigen Pakete wieder herzugeben und trat sogleich in eine Art Sitzstreik. Sie setzte sich zu ihrem Toilettenpapier aufs Kassenband und verhinderte so, dass die anderen Kunden im Supermarkt ihr Klopapier wegkaufen konnten.

Die Angestellten des Ladens wussten sich nicht anders zu helfen, als die Polizei zu rufen. Die Beamten versuchten, die Frau zu beruhigen – vergeblich. Schließlich sprachen sie einen Platzverweis gegen die 54-Jährige aus, aber auch das brachte die Frau nicht dazu, ihre Toilettenpapier-Blockade aufzugeben. Selbst als die Beamten ihr Handfesseln anlegten, um sie abzuführen, gab sie nicht kampflos auf.

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Polizei musste die brüllende Frau aus dem Supermarkt tragen

Die Frau tat, was auch viele Zweijährige tun, wenn sie im Supermarkt etwas unbedingt haben wollen: Sie warf sich zu Boden und brüllte. Die Beamten hatten aber anscheinend ausreichend Erfahrungen mit schreienden Zweijährigen, denn sie ließen sich nicht beeindrucken und trugen die Frau schlussendlich zum Streifenwagen. In einer Polizeizelle bekam die 54-Jährige dann noch etwas Zeit für sich, um sich wieder zu beruhigen. Dann entließen die Beamten die Frau wieder nach Hause – immer noch ohne Toilettenpapier.

Welche Auswüchse die Toilettenpapier-Knappheit in deutschen Geschäften annimmt, zeigt auch eine Meldung aus Würselen. Dort meldete die Polizei, dass Diebe die Scheibe eines Autos eingeschlagen hatten. Außer Toilettenpapier ließen sie aber nichts mitgehen. Die Polizei wies darum noch einmal darauf hin, dass man Wertgegenstände nicht im Auto liegen lassen sollte.