Fast die Hälfte der Briefe war geöffnet

Geld aus Trauerkarten geklaut: Witwer erhielt mit Tesafilm zugeklebte Umschläge

Blumen, Kerzen und eine Karte mit der Aufschrift "Herzliches Beileid".
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20. Januar 2021 - 10:56 Uhr

Bergheim: Bargeld aus Trauerkarten genommen

Kurz vor Weihnachten verlor Willi Fetten seine Frau. Bekannte schickten ihm Trauerkarten mit kleinen Geldspenden, doch kaum mehr als die Hälfte davon kam bei dem Bergheimer an, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (KStA) berichtet. Ein Teil der Umschläge war demnach geöffnet und das Geld herausgenommen worden.

Absender bestätigten, dass Geld im Kuvert war

Die Kuverts seien mit Tesafilm wieder zugeklebt worden, erzählt Fetten der Zeitung. "Pietätlos" findet er, dass Unbekannte das Geld offenbar gestohlen haben. Fünf Trauerkarten habe er schon zwei Tage nach der ersten Zeitungsanzeige zum Tod seiner Frau bekommen. Davon seien "nachweislich drei unberechtigterweise geöffnet worden", sagt er. Dass in den geöffneten Kuverts tatsächlich Geld war, habe er von den jeweiligen Absendern erfahren.

Nach Vorfällen in Bergheim: Post kann nicht helfen

Willi Fetten meldete den Vorfall der Post und bekam das Versprechen, so etwas werde sich nicht wiederholen. Doch gerade mal vier Tage später und nach einer weiteren Todesanzeige in der Zeitung habe er 22 weitere Trauerkarten erhalten, erzählt der Witwer dem KStA. Auch davon seien "mindestens zehn Kuverts" geöffnet und das Geld nicht mehr drin gewesen.

Dass man Bargeld eigentlich nicht per Brief verschicken sollte, ist Fetten trotz allen Ärgers bewusst. Streng genommen dürfe man es sogar nicht, ergänzt ein Postsprecher gegenüber dem KStA. Denn das verstoße gegen die Geschäftsbedingungen. Und es sei kaum möglich, nachzuweisen, was mit dem Geld passiert sei.

Geld per Wertbrief verschicken

Dennoch solle man sich bei der Post melden (Tel. 0228 / 43 33 112), wenn Briefe beschädigt ankämen. Eine Sicherheitsabteilung prüfe dann mögliche Schwachstelle, erklärt der Sprecher. Wer doch Geld per Post versenden wolle, solle dies per Wertbrief tun. Denn der sei versichert, und man könne nachweisen, dass Geld im Umschlag war.