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Benedikt Höwedes: Der tiefe Fall eines Weltmeisters

14.06.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Fußball, WM: Der Fußballspieler Benedikt Höwedes gibt im Rahmen des ATP-Turniers eine Pressekonferenz. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Benedikt Höwedes steht vor einer ungewissen Zukunft. © dpa, Marijan Murat, mut htf

Sportliche Karriere ein Scherbenhaufen

Weltmeister 2014, DFB-Pokalsieger 2011: Über Jahre erlebte Benedikt Höwedes eine Bilderbuchkarriere. Sieben Jahre Kapitän des FC Schalke (2011-2017), wichtige Säule bei der WM in Brasilien und der EURO 2016 in Frankreich. Und nun? Der 30-Jährige steht vor den Trümmern seiner sportlichen Karriere. 

Juventus-Jahr ein Desaster

Sein Abstieg begann 2017. S04 war im Umbruch, Domenico Tedesco übernahm das Traineramt. Und der neue Coach degradierte Höwedes zum Statisten. Er verlor sein Kapitänsamt, seinen Platz in der Startelf. Es brauche neue Impulse, so der neue Übungsleiter. Eine Ausmusterung erster Klasse. Im Club, in der DFB-Elf spielte er fortan keine Rolle mehr.

Ein Wechsel zu Juventus Turin sollte die Wende bringen, ein sportlicher Neustart – auf Leihbasis. Doch alles sollte anders kommen. Oberschenkelzerrung, Muskelfaserriss, Verletzungen warfen den ehemaligen Nationalspieler in der Vorsaison immer wieder zurück. Am Ende der Spielzeit brachte er es auf gerade einmal drei Einsätze für den italienischen Meister. Und musste zurück.

Persona non grata auf Schalke

Zurück auf Schalke ist der Abwehrspieler eine persona non grata. Dabei besitzt er noch einen Vertrag bis 2020. Tedesco lässt das S04-Idol nicht einmal an der Saisonvorbereitung teilnehmen. Die China-Reise fand ohne ihn statt. Höwedes trainiert allein – privat.

"Eine schnelle Lösung wäre für alle das Beste", sagte Manager Christian Heidel. Doch Schalke wird den Ausgemusterten einfach nicht los. Keine Angebote. Und so steht der Weltmeister, von dem Thomas Müller einst sagte, er kenne keinen Außenverteidiger, der im Eins gegen Eins zweikampfstärker sei, vor einer ungewissen Zukunft.

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