Nächster Weltmeister hört auf

Schluss mit Fußball: Benedikt Höwedes will sich voll der Familie widmen

Fußball Champions League Gruppenphase 6 Spieltag FC Schalke 04 Lokomotive Moskau am 11 12 2018 in
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31. Juli 2020 - 20:14 Uhr

Benedikt Höwedes fasst Entschluss - für die Familie

Rums! Mit Benedikt Höwedes hängt der nächste deutsche Weltmeister von 2014 die Schuhe früh an den Nagel. Der 32-jährige jetzt Ex-Abwehrspieler hat aber ganz andere Gründe als zuletzt André Schürrle, der sogar mit 29 Jahren Schluss machte.

"Fußball plötzlich unwichtig"

Höwedes wolle sich von nun an seiner Familie widmen, obwohl er sich noch fit genug für die Bundesliga fühle und es auch entsprechende Angebote gegeben habe, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". In einem Urlaub habe er kürzlich gemerkt, "wie krass es mich erfüllt hat, meinen Sohn hautnah zu erleben. Da wurde Fußball plötzlich so unwichtig für mich."

Der Verteidiger hatte schon vor einigen Wochen seinen Vertrag bei Lokomotive Moskau vorzeitig aufgelöst.

Jubelnd stehen Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Per Mertesacker (l-r) am 15.07.2014 beim Empfang der Fußball-Nationalmannschaft in Berlin im offenen Mannschaftsbus. Nach 1954, 1974 und 1990 ist Deutschland mit einem Sieg über Argentinien zum vierten
Weltmeister: Benedikt Höwedes (Mitte) lässt sich mit Mesut Özil (links) und Per Mertesacker von den Fans in Berlin feiern.
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Kritik am Fußball: Immer mehr Distanz

Schürrle hatte seine Entscheidung mit dem Druck und der Einsamkeit im Fußball-Geschäft begründet. Er brauche keinen Applaus mehr. Höwedes kenne auch diese Seite des Geschäfts. "Ich wusste, dass es in dem Geschäft knallhart zugeht. Aber ich hatte immer nur die Sonnenseite kennengelernt. Dann habe ich die volle Breitseite bekommen", sagte er über seinen Wechsel vom FC Schalke zu Juventus Turin. Damals habe er sich ausgebootet gefühlt von dem Verein, für den er 16 Jahre gespielt hatte.

Generell äußert sich Höwedes kritisch zur Entwicklung im Fußball. Der habe "sich brutal entwickelt. Und dabei immer weiter distanziert von den normalen Fans. Da geht etwas verloren."

Bundestrainer Joachim Löw lobte Höwedes in höchsten Tönen. "Auf ihn war Verlass. Er ist eine sehr reflektierte Persönlichkeit und auch unglaublich interessiert an Themen, die über den grünen Rasen hinausreichen. Ich wünsche ihm für seine Zukunft nur das Beste", sagte Löw.