Im Gespräch über Transidentität und Aufklärung

Bella Lesnik im tränenreichen Podcast-Talk

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12. November 2019 - 10:23 Uhr

Bella Lesniks Freund „ist mit den falschen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt gekommen“

In der ersten Folge des "Prince Charming"-Podcasts ging es feucht fröhlich zu, denn niemand anderes als Julian F.M. Stoeckel hat seine Einschätzung zur den Kandidaten geteilt. Die zweite Folge könnte konträrer nicht sein. Dieses Mal ist "Exklusiv"-Moderatorin Bella Lesnik zum Talk eingeladen. Und während auch sie Anfangs ordentlich mit Moderator Eric Schroth rumshackert, wird das Gespräch plötzlich emotional. Denn passend zum Thema Individualität teilt Bella die Geschichte ihres Freund, Jil Deimel (37). Er ist Transmann – und hat somit keinen leichten Weg hinter sich: "Er ist mit den falschen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt gekommen."

Bella Lesnik: Auch heute erfahren queere Menschen Anfeindungen

Bei diesem Gespräch ist es Bella und Eric wichtig, "beim richtigen 'Wording' zu bleiben". Denn obwohl Medien inzwischen keinen Bogen mehr um die Geschichten von Transidentitäten machen, herrscht noch immer zu wenig Aufklärung über das Thema. Deswegen wollen sich beide klar und richtig ausdrücken. Bella hat Jil über eine "VOX"-Dokumentation kennengelernt, bei der er teilgenommen hat. Jil hat sich während verschiedener Operationen rund um die Angleichung seines Körpers an sein Geschlecht begleiten lassen. "Ich fand ihn als Mensch einfach so beeindruckend", erklärt Bella im Podcast.

Anfeindungen gegenüber Transmenschen oder anderen Mitgliedern der LGBTQ-Community kann Bella nicht nachvollziehen: "Ich kann das so gar nicht nachfühlen, den Implus, das man denkt: 'Ich verstoße mein Kind'", sagt sie. Als Mutter möchte sie ihr Kind in seiner Identitätsfindug deshalb die Freiheit geben, die jedem zustehen sollte.

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Vorbild: Bella Lesnik führt einen öffentlichen Diskurs über Transidentität

Im Gespräch öffnet sich auch Eric und erzählt von Freunden, die mit den falschen biologischen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden und die Opfer von Transphobie geworden sind. Plözlich fängt der Moderator an zu weinen, als er sich an eine Freundin erinnert, die nicht überlebt hat. Auch Bella ist hörbar emotional. Gerade für Menschen, die mit ihrem persönlichen Weg zu ihrer wahren Geschlechtsidentität struggeln, ist Bellas öffentlicher Diskurs über Transgender so wichtig. "Ich habe verstanden, dass es trotzdem wichtig ist, darüber zu sprechen. Gerade als jemand, der nicht betroffen ist", erklärt sie. Denn als Moderatorin hat sie ein Publikum, dass ihr auf Social Media zuhört. So kann sie Aufklärung betreiben. "Wenn ich irgendjemanden da draußen ein gutes Gefühl geben kann, dann ist es das total wert."

Das ganze emotionale Gespräch gibt es hier.