Belgien: Vier Tote bei Geiselnahme in Lüttich

30. Mai 2018 - 8:54 Uhr

Geiselnehmer unter den Toten

Ein mutmaßlicher Terrorist hat nach offiziellen Angaben im belgischen Lüttich zwei Polizisten und einen Mann in einem Auto erschossen, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Es gebe Elemente, die auf eine terroristische Tat schließen ließen. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass es der Täter darauf abgesehen habe, dem belgischen Staat zu schaden. Der Mann habe keinen Amoklauf begehen, "sondern Polizisten treffen wollen, also die Institution, den belgischen Staat", sagte der Chef der Lütticher Polizei, Christian Beaupère. Nach Informationen des Fernsehsenders RTBF handelte es sich um einen Mann aus Rochefort im Süden des Landes, der wegen kleinerer Vergehen wie Diebstahl und Drogenhandel im Gefängnis saß. Er habe Freigang bekommen, hätte aber nach einigen Stunden wieder zurückkehren müssen. Er sei gewalttätig, aber nicht für seine Radikalität bekannt gewesen.

People are seen following a shooting in Liege, Belgium, May 29, 2018 in this picture obtained from social media. MICHEL WILMET/via REUTERS   THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. NO RESALES. NO ARCHIVES.
Unweit des Schauplatzes des Verbrechens in der Lütticher Innenstadt.
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Gegen 10.30 Uhr waren nach belgischen Medienberichten in der Innenstadt von Lüttich Schüsse gefallen. Der Schütze sei anschließend geflohen und habe in einer Schule eine Putzfrau als Geisel genommen, hieß es in Berichten. Eine Spezialeinheit habe den Mann nach kurzer Zeit niedergeschossen.  Die Schüler des Lütticher Gymnasiums seien in Sicherheit, erklärte der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer.

Ablauf noch nicht geklärt

Der genaue Ablauf sei noch unklar, wie Regierungschef Charles Michel dem Sender RTL sagte. So ist auch noch offen, wie und wann der Mann die tödlichen Schüsse auf die Polizisten und den Mann abgegeben haben soll.

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People are seen following a shooting in Liege, Belgium, May 29, 2018 in this picture obtained from social media. Courtesy of VICTOR JAY/via REUTERS   THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT.
Blick von oben auf den Tatbereich.
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An ambulance car is seen on the scene of a shooting in Liege, Belgium, May 29, 2018. REUTERS/Francois Lenoir
Rettungskräfte im Einsatz
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Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Der belgische Innenminister Jan Jambon schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, das nationale Krisenzentrum prüfe die Situation. Das Krisenzentrum erklärte, die Terror-Warnstufe im Land bleibe auf der zweitniedrigsten Stufe. "Im Moment ändert sich nichts", sagte ein Sprecher laut Belga. Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen. Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit wieder auf Stufe zwei herabgesetzt, ein Anschlag gilt demnach als "wenig wahrscheinlich". Behörden, Medien und Bürger sind jedoch nach wie vor sensibilisiert. Die höchste Terrorstufe liegt bei vier.