Belgien: Ein Land trauert um 22 Schulkinder

10. Februar 2016 - 14:18 Uhr

"Das ist ein unglaubliches Drama"

Es sind Bilder der Trauer und des Entsetzens aus Belgien: Angehörige haben sich nach dem schweren Busunglück in der Schweiz mit 22 toten Schulkindern am Abend zu einem Gottesdienst in Leuven versammelt. Ihr Blick geht ins Leere. Wer seine Tränen nicht zurückhalten kann, vergräbt sie hinter Händen oder zeigt sie offen. Gegenseitig versuchen sich Angehörige und Freunde der Toten Halt zu geben.

Belgien: Ein Land trauert um 22 Schulkinder
Belgien trauert: Menschen gedenken bei einem Gottesdienst den 22 getöteten Schulkindern.
© REUTERS, YVES HERMAN

Beistand geben für eine Katastrophe, die nicht erklärbar ist: Für 22 Kinder, ihre vier Betreuer und zwei Busfahrer endeten die Skiferien in den Schweizer Alpen mit dem Tod. Die Eltern waren am Nachmittag mit einer Sonder-Maschine in die Schweiz geflogen worden. Für sie wurde es ein Tag voll Bangen: Viele wussten bis zum Abend nicht, ob ihr Kind lebt oder nicht.

"Die Identifizierung der Toten ist noch nicht abgeschlossen. Die Schweizer Behörden wollen erst einhundert Prozent sicher sein, bevor sie die Familien informieren", sagte Belgiens Premierminister Elio Di Rupo.

Der Regierungspräsident des Kantons Wallis, Jacques Melly, sagte bei einer Pressekonferenz am Abend: "28 Opfer, 22 tote Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren - das ist ein unglaubliches Drama."

Kein Kind mehr in Lebensgefahr

Wenigstens eine gute Nachricht gab es am Abend: Keines der 24 verletzten Kinder, unter ihn auch eines aus Deutschland, schwebt mehr in Lebensgefahr.

Die Kinder waren nach einer Skifreizeit in der Region Val d'Anniviers am späten Dienstagabend auf der Heimreise, als ihr Bus in einem Autobahntunnel von der Fahrbahn abkam und gegen die Wand einer Nothaltestelle prallte. 28 Menschen starben, darunter 22 Kinder im Alter von etwa zwölf Jahren.

Sieben der 24 verletzten Kinder stammen aus einer Grundschule in Lommel an der niederländischen Grenze, wie Belga berichtete. Die anderen 17 kommen aus Heverlee bei Brüssel.