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Belgien: Aktive Sterbehilfe auch für Minderjährige erlaubt

Aktive Sterbehilfe in Belgien
In Belgien ist aktive Sterbehilfe auch für Kinder legal. © Getty Images/iStockphoto, AgFang

Seit 2014 haben in Belgien drei Kinder Sterbehilfe erhalten

In den meisten Ländern ist aktive Sterbehilfe verboten – in Belgien ist sie aber erlaubt und wird auch angewendet, sogar bei Minderjährigen. Seit das Gesetz in Kraft getreten ist, haben drei Kinder und Jugendliche die Möglichkeit in Anspruch genommen, um zu sterben.

Diese Kriterien müssen die jungen Patienten erfüllen

Alle drei litten unter "unheilbaren und sehr schweren Erkrankungen", die innerhalb kurzer Zeit zum Tod geführt hätten. Das geht aus einem Bericht der belgischen Sterbehilfe-Kommission hervor. Seit 2002 darf in Belgien jeder Erwachsene Sterbehilfe in Anspruch nehmen, vorausgesetzt man ist unheilbar krank und ein Arzt bescheinigt einem, dass man unerträglich leidet. 2014 wurde das Gesetz auch auf Minderjährige ausgedehnt. Damit dem Sterbewunsch bei einem Kind oder Jugendlichen nachgegangen werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Das Kind muss unter starken Schmerzen leiden, die kein Medikament mehr lindern kann. Ein Psychologe muss beurteilen, ob das Kind überhaupt in der Lage ist, die schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Und auch die Eltern müssen zustimmen. Erst dann dürfen die Ärzte dem jungen Patienten die Medikamente verabreichen, die zum Tod führen.

Mitspracherecht über das Lebensende

Das alles kam seitdem erst dreimal zusammen: einmal 2016 und zweimal 2017. Die Patienten waren 9, 11 und 17 Jahre alt, als sie die Entscheidung trafen, nicht länger leben zu wollen. Laut dem Bericht litt eines der Kinder unter der unheilbaren Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose, ein weiteres unter einem bösartigen Hirntumor und das dritte Kind unter der Muskelschwunderkrankung Duchenne-Muskeldystrophie.

Die belgische Sterbehilfekommission hält die Ausweitung des Sterbehilfe-Gesetzes auf Minderjährige für sinnvoll, obwohl es nur in einigen wenigen Ausnahmefällen angewendet wird. So hätten auch Kinder und Jugendliche ein Mitspracherecht und die freie Wahl, ihr Leid abzukürzen. In Deutschland ist aktive Sterbehilfe komplett verboten.

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