Landwirt gibt den Aktivisten die Schuld

Tierschützer besetzen Entenfarm - fast 500 Tiere sterben

500 Enten tot, sind Tierschützer schuld? Aktivisten besetzen Stall in Belgien
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Aktivisten besetzen Stall in Belgien
500 Enten tot, sind Tierschützer schuld?

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Bauer gibt Aktivisten die Schuld am Tod seiner Tiere

Im belgischen Bekegem (rund 20 Kilometer von Brügge entfernt) haben Tierschützer eine Entenfarm besetzt. Der Landwirt behauptet nun, die Aktivisten hätten damit den Tod von fast 500 Tieren verursacht. 183 Tiere seien durch Stress gestorben. Weitere 300 Enten hätten später getötet werden müssen. Die Tierschützer bestreiten die Vorwürfe. Aufnahmen aus dem Stall, die die Aktivisten live auf Facebook streamten – in unserem Video.

Enten werden für Stopfleber-Produktion zwangsernährt

Filip Callemyn züchtet die Enten für die Produktion von Stopflebern. Dabei werden die Tiere mithilfe einer Metallröhre zwangsernährt, sodass sich viel Fett in der Leber ablagert. Foie gras, wie die Stopfleber auf Französisch heißt, gilt als Delikatesse. In Deutschland und vielen europäischen Ländern ist die umstrittene Zwangsfütterung von Enten aber inzwischen verboten. Auch Callemyn muss seinen Stall 2023 dichtmachen, weil ab dann auch ein Verbot in Flandern gilt.

Bis dahin wollten die Aktivisten der Organisation „Animal Resistance“ offenbar nicht mehr warten. Sie verschafften sich Zugang zum Stall und ketteten sich an die Käfige der Enten. Sie forderten die sofortige Schließung des Betriebs und wollten den Stall nicht verlassen, bis sich der zuständige Tierschutzminister eine Erklärung abgegeben habe.

Aktivisten fordern eine unabhängige Untersuchung

Das habe enormen Stress für die Tiere verursacht, behauptet jetzt der Landwirt. Sie hätten fliehen wollen, aber in den Käfigen sei das nicht möglich. „Das ist das Ergebnis der ‚cleveren‘ Aktion der Tierrechtsaktivisten“, sagte der aufgebrachte Bauer in die Kamera und zeigte mehrere Plastikfässer voller toter Tiere.

Die Aktivisten bestreiten, verantwortlich für den Tod der Tiere zu sein. „Die Tiere waren sehr krank. Die Aktivisten haben auch offene Wunden und Infektionen gesehen“, erklärte Glenn Lemmens von „Animal Resistance“. Der Zeitung „Nieuwsblad“ sagte er außerdem, dass solche Schulzuweisungen von Bauern oft Taktik seien. Er forderte Beweise und eine Untersuchung des Falls durch einen unabhängigen Tierarzt. „Auf den Fotos, die wir bisher zu sehen bekommen haben, sind nur etwa 20 tote Enten zu sehen“, zitierte ihn die Zeitung.

Die Polizei beendete die Protestaktion schließlich und nahm 39 Aktivisten fest. Ihnen drohen jetzt ein Gerichtsverfahren und eine Schadensersatzklage, denn Landwirt Filip Callemyn sagt, er habe durch den Vorfall rund 20.000 Euro verloren. Das Geld will er von den Tierschützern wiederhaben.