2018 M09 24 - 22:11 Uhr

Absurde Abwandlung von Russisch Roulette

Es ist ein adrenalingetriebenes Spiel mit dem Tod. Eine einzige Patrone steckt in der Trommel eines Revolvers – wer diese erwischt, ist normalerweise sofort tot. In München kamen zwei Männer auf die Idee, das Spiel "Russisch Roulette" ein wenig abzuändern. Und zwar auf sehr absurde Weise: Sie steckten statt der scharfen Patronen ein halbes Wattestäbchen in den Revolver. Dabei passierte das Unglück: Einer der Männer schoss sich das Plastikteil durch die Schädeldecke. Und zwar zwei Millimeter tief direkt ins Hirn.

Der Mann und ein Freund fanden die Waffe im Mülleimer

Schwer verletzt wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht, in einer Operation wurde ihm eine Titanschiene implantiert. Auch heute noch leidet der 34-Jährige nach eigener Aussage unter Schwindelattacken. Der Mann musste sich jetzt außerdem vor dem Münchner Amtsgericht wegen illegalen Waffenbesitzes verantworten – denn den Revolver, mit dem er sich in den Kopf schoss, fand er laut eigener Aussage in einem Mülleimer.

Er und ein Freund hielten es nach dem Fund für eine gute Idee, die Waffe mitzunehmen und ein wenig herumzuexperimentieren. Die scharfen Patronen entfernten sie aus der Waffe, stattdessen setzten sie ein halbes Wattestäbchen in die Trommel ein. Anschließend hätten sie abwechselnd den Revolver in die Hand genommen, die Trommel gedreht und so getan, als ob sie abdrücken würden. Danach schauten sie jedes Mal, ob das Plastikstück sie getroffen hätte.

Verletzter Mann war seit Jahren drogenabhängig

Auch nachdem sein Freund schon nach Hause gegangen war, machte der 34-Jährige weiter. Jedoch drückte er dieses Mal wirklich ab. Er habe vorher kontrolliert, in welcher Kammer sich das Wattestäbchen befand. Es habe nur "Plomp" gemacht, dann steckte das Stäbchen in seinem Kopf. Der Mann hatte sich in der Drehrichtung der Trommel vertan.

Vor Gericht wurde der Mann gefragt, wie zwei erwachsene Männer auf diese Idee kommen könnten. Die Antwort: Er sei seit Jahren drogenabhängig gewesen. Nach dem Vorfall habe er aber dazugelernt und aufgehört, Drogen zu nehmen. Der Mann wurde zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt.