Gute Nachrichten für Immobilienkäufer

Teure Maklergebühren können zukünftig nicht allein auf den Käufer abgewälzt werden

Immobilienkäufer sparen zukünftig bei den Maklerkosten
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15. Mai 2020 - 16:26 Uhr

Bundestag beschließt neue Regelung

Wer ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Vor allem Nebenkosten läppern sich und lassen die Kosten in die Höhe schießen. Zumindest in einem Punkt werden Immobilienkäufer aber zukünftig entlastet, denn für teure Maklergebühren können sie nicht mehr alleine zur Kasse gebeten werden. Das hat der Bundestag beschlossen.

Käufer muss nur noch höchstens die Hälfte der Maklerkosten zahlen

Die neue Regelung besagt, dass derjenige, der einen Makler beauftragt, auch mindestens die Hälfte der Maklerprovision zahlen muss. In den meisten Fällen ist das der Verkäufer der Immobilie. Bisher war meist der Käufer gezwungen, die Maklerprovision von bis zu sieben Prozent des Kaufpreises komplett zu übernehmen.

Wird ein Makler von Verkäufer und Käufer gemeinsam beauftragt, tragen beide Parteien nach dem neuen Gesetz auch automatisch jeweils die Hälfte der Kosten für ihn. Falls jedoch der Käufer einen Makler einschaltet, kann er umgekehrt auch den Verkäufer nur für die Hälfte der Kosten zur Kasse bitten.

Ganz egal welcher Fall eintritt, mehr als die Hälfte muss der Käufer für den Makler nicht zahlen. Durch diesen neuen Beschluss kommen locker ein paar Tausend Euro zusammen, die der Käufer beim Immobilienkauf spart. Bei einer Immobilie im Wert von 250.000 Euro sind das zum Beispiel schon 18.000 Euro. Mit dem neuen Gesetz wären es nur noch 9.000 Euro extra, die andere Hälfte trägt der Verkäufer.

"Durch die neuen Regeln erleichtern wir jungen Menschen und Familien die Bildung von Wohneigentum", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Immobilienverband Deutschland sieht Neuregelung kritisch

Kritik an der Neuregelung kommt vom Immobilienverband Deutschland. "Jede Immobilientransaktion ist einzigartig und erfordert Flexibilität, auch bei der Honorierung des Maklers", erklärte IVD-Präsident Michael Schick. Diese Flexibilität werde künftig stark eingeschränkt.

Verbraucherzentrale Bundesverband fordert noch mehr Entlastung für die Käufer

Die Verbraucherzentrale Bundesverband wünscht sich hingegen sogar noch mehr Entlastung für Immobilienverkäufer. Die Neuregelung der Bundesregierung geht ihr nicht weit genug. Stattdessen solle das Bestellerprinzip gelten. Franz Michel von der Verbraucherzentrale Bundesverband gegenüber RTL: "Demnach bezahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt hat, das ist in der Regel der Verkäufer." Außerdem solle die Maklerprovision auf zwei Prozent gedeckelt werden, um alle Käufer in Deutschland gleichermaßen und fair zu entlassen. In unterschiedlichen Bundesländern gibt es nämlich unterschiedliche Maklerkosten. Sie liegen zwischen knapp fünf und circa sieben Prozent.