Alles nur Hokuspokus?

Die Kraft des Mondes: Mythos oder Wahrheit?

21. November 2021 - 10:50 Uhr

Das ist doch nur Hokuspokus... oder nicht?

Wer hat es nicht selbst schon mal gesagt oder zumindest gehört: Schon wieder Vollmond, kein Wunder, dass ich schlecht geschlafen habe. Aber sagt man das nur so oder ist da wirklich etwas dran? Wir wollten wissen, was Sie von Mond-Mythen halten und haben Passanten in Leipzig befragt. Wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema ausfallen, sehen Sie im Video. Außerdem hat uns Ruth Marquardt, psychologische Beraterin, einige Fragen zum Thema Mond und Mond-Mythen beantwortet.

Das sagt die Expertin im Talk mit Roberta Bieling

Der Mond beschäftigt nicht erst neuere Generationen der Menschheit. Seit Tausenden von Jahren beobachten Völker und Forscher Mondzyklen und deren Auswirkungen auf die verschiedensten Bereiche. Immerhin ist es wissenschaftlich bewiesen, dass viele Bereiche, wie zum Beispiel Ebbe und Flut mit dem Mond zusammenhängen. Trotzdem bezweifeln nach wie vor viele, dass auch der menschliche Schlafrhythmus vom Mond beeinflusst wird.

Selbsterfüllende Prophezeiung oder doch die Kraft des Mondes?

Ruth Marquardt denkt, dass die eigene Einstellung sicher etwas mit dem schlechten Schlaf zu tun hat. Wenn wir mit dem Gedanken ins Bett gehen, dass wir bestimmt schlecht schlafen werden, dann werde sich diese Befürchtung auch bewahrheiten. Es handelt sich dann um eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und diese tritt ein, weil wir unsere volle Aufmerksamkeit auf diese eine Sache richten. Aber wir sind nicht nur selbst am schlechten Schlaf bei Vollmond schuld. Wie die Expertin RTL-Moderatorin Roberta Bieling im Talk erklärt hat, wurde im Rahmen neuer Studien ein großer Einfluss des Mondes auf den menschlichen Körper nachgewiesen.

Ebbe und Flut werden vom Mond gesteuert – und der menschliche Körper?

Dieser Einfluss, den Studien jetzt nachgewiesen haben, soll etwas mit den Gezeiten zu tun haben. Der Mond beeinflusst die Bewegungen des Meeres. Es gibt also einen klaren Zusammenhang zwischen dem Mond und Wasser. Es sei also nicht verwunderlich, dass auch der menschliche Körper auf den Mond reagiert, sagt Ruth Marquardt. Immerhin bestehen wir Menschen zu 80 Prozent aus Wasser. Am stärksten sei der Einfluss des Mondes allerdings auf Menschen, die auf dem Land leben. Denn dort sei der Schein des Mondes nochmal viel stärker als in der Stadt, wo er durch Lichtverschmutzung abgeschwächt werde.

Kann man etwas gegen die Schlaflosigkeit bei Vollmond tun?

Wenn man so sensibel ist, dass man tatsächlich auf den Vollmond reagiert, dann ist es laut der Expertin schwierig, die Schlaflosigkeit loszuwerden. Was allerdings eine gute Hilfe sei: den Druck herausnehmen. Wenn man einmal wirklich nicht schlafen kann, dann solle man nicht krampfhaft versuchen einzuschlafen, denn das führe in den wenigsten Fällen zum Erfolg. Eher sollte man sich einer schönen Beschäftigung widmen – zum Beispiel ein Buch lesen. Die Müdigkeit überkommt einen dann irgendwann schon von selbst.

Ob nun Hokuspokus oder nicht: Spannend sind die Mond-Mythen allemal und deshalb werden sie uns sicher auch noch lange beschäftigen. (vho)