Haushaltskasse entlasten während der Corona-Krise

Bei Verbraucherkrediten darf jetzt Zahlungspause eingelegt werden

31. März 2020 - 17:01 Uhr

Kreditraten dürfen drei Monate lang ausgesetzt werden

Kurzarbeit, Auftragseinbrüche oder im schlimmsten Fall sogar Jobverlust – in Zeiten von Corona müssen viele Menschen mit finanziellen Einbußen klarkommen. Verpflichtungen wie Kreditraten können da zur echten Existenzbedrohung werden. Ab 1. April gilt deswegen: Wer sich wegen der Corona-Krise Zinsen und Tilgungszahlungen für seinen Verbraucherkredit nicht mehr leisten kann, darf die Kreditraten bis zum 30. Juni 2020 aussetzen. Das hat der Bundestag beschlossen. Was Sie dabei beachten sollten und wie es bei Dispo- und Kreditkartenrechnungen aussieht, erklärt unser Finanz-Experte im Video.

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Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Grundsätzlich sind nur Verbraucherdarlehensverträge betroffen, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Laut Gesetzentwurf dürfen Zahlungen außerdem nur dann aufgeschoben werden, wenn man aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr zahlen kann. In jedem Fall ist es ratsam, wenn Sie sich vor Aussetzung der Zahlungen mit Ihrer Bank oder sonstigem Kreditanbieter besprechen.

Auch Stundung von Telefon- und Stromkosten möglich

Der Beschluss des Bundestags bezieht sich aber nicht nur auf Verbraucherkredite. Auch wer andere regelmäßige Zahlungen wegen der Corona-Krise nicht mehr leisten kann, erhält Hilfe. Das gilt zum Beispiel für Telefon-, Internet-, Wasser-, Gas-, und Stromverträge. Diese müssen vor dem 8. März 2020 abgeschlossen worden sein.  Regelmäßige Kosten wie der lästige Fitnessstudio-Beitrag dürfen aber nicht gestundet werden. Die wichtigsten Informationen von einer Rechtsanwältin dazu, finden Sie hier. Auch hier gilt: am besten sprechen Sie vorher mit dem jeweiligen Vertragspartner.

Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben

Unbedingt zu bedenken ist, dass Kreditraten und Kosten für Strom, Internet und Co. durch die neue Regelung nur bis zum 30. Juni 2020 aufgeschoben sind. Die ausstehenden Raten und Zahlungen müssen aber trotzdem früher oder später beglichen werden. Schon ab Juli müssen Sie damit rechnen, dass die Bank oder der jeweilige Vertragsanbieter die ausstehenden Beträge einfordert. Wenn Sie dann nicht bezahlen können, kann Ihnen der Vertrag sogar gekündigt werden.

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