16. April 2019 - 14:19 Uhr

Korrespondent am Boden zerstört

Das Feuer färbt den Himmel orange, die Rauchschwaden hängen schwer über Paris - wie eine dunkle Decke, die keine Luft zum Atmen lässt. Die Notre-Dame brennt lichterloh. Das Wahrzeichen der Stadt war am Montagabend in Flammen aufgegangen. Tief betroffen sah man den französischen Journalist Stéphan Bern live im Fernsehen. Er berichtete als Korrespondent für den französischen Sender "France2". Dabei kämpfte der Historiker immer wieder mit den Tränen.

"Wir sind mitten ins Herz getroffen"

"Schauen Sie sich die Notre-Dame von Paris an, sie steht in Flammen, es ist unerträglich für uns, die Franzosen", sagt er mit gebrochener Stimme. Dann redete er sich in Rage. Man merkte dem 55-Jährigen an, dass es ihm schwer fiel, nicht völlig die Fassung zu verlieren. "Wir sind mitten ins Herz getroffen", schluchzte er. "Sie ist mehr als nur ein Symbol. Man fühlt sich schwer verletzt."

Doch statt eine Pause zu machen, redete Bern immer weiter. Es schien, als wollte er die Flammen mit seinen Worten in die Knie zwingen. Als seine Stimme immer dünner wurde, blendet der Sender das Gesicht des Mannes aus und zeigte stattdessen das lodernde Feuer im Dachstuhl der "Notre-Dame". Im Hintergrund hörte man den verzweifelten Journalisten noch immer reden: "Das ist ein nationales Drama."

Notre-Dame wieder aufbauen!

Stéphan Bern ist in Frankreich ein anerkannter Journalist, der dafür bekannt ist, dass er sich für die Erhaltung historischer Güter einsetzt. Dafür hat er selbst eine Organisation gegründet. Am Dienstagmorgen zeigte sich der Franzose ein wenig gefasster. Bei Twitter schrieb er: "Am Tag danach müssen wir uns nach der Zerstörung der Notre-Dame, trotz aller Worte und Tränen darauf besinnen, zusammen für den Wiederaufbau zu kämpfen." Auch Präsident Emmanuel Macron hatte dazu aufgerufen und versprochen, die Kathedrale wieder aufzubauen. In anderen Ländern - darunter auch Deutschland - werden bereits Spendenaktionen ins Leben gerufen.