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Bei der tödlichen Misshandlung ihrer Tochter zugeschaut – jetzt spricht die Mutter

Bei der tödlichen Misshandlung ihrer Tochter zugeschaut – jetzt spricht die Mutter

Angeklagte spricht von Angst und Hilflosigkeit

Zwei Stunden lang sah Jane ihrem Freund Ole dabei zu, wie dieser ihre erst 23 Monate alte Tochter Lilly so schlimm misshandelte, dass das Mädchen kurz darauf im Krankenhaus starb. Nun muss sich die 26-Jährige Mutter für ihr Nichteinschreiten vor Gericht verantworten. Vor dem Prozessauftakt nahm sie im Interview mit RTL Stellung zu dem schrecklichen Vorfall.

Lilly
Die 23 Monate alte Lilly erlag kurz nach der Misshandlung ihren schweren Kopfverletzungen.

"Ich war ihm hörig […]. Er hat gepfiffen, ich bin gesprungen und hatte dann auch ein Stück weit Angst", schildert die junge Mutter ihre Beziehung zu dem Mann. Diese Form der Hörigkeit und Angst war es Jane zufolge auch, die sie am Abend der Tat nicht eingreifen ließ. "Ich habe versucht ruhig auf ihn einzureden, dass er doch bitte aufhören möchte und sie schlafen lassen soll. An Polizei, Krankenwagen oder an irgendetwas anderes habe ich in dem Moment überhaupt nicht gedacht", so die 26-Jährige. Hilflos und verängstigt habe sie dabei zusehen müssen, wie Ole ihre Tochter über Stunden misshandelte. Sie sei wie in Trance gewesen, so die Angeklagte weiter.

Selbst im Krankenhaus nahm sie ihren Freund noch in Schutz

Die psychologische Gutachterin Julia Schellong merkt an, dass Jane sich im Interview als sehr hilflos darstellt. "Dass sie wie ferngesteuert handelt, so kann man das am besten beschreiben", so Schellong. Jane habe während des Vorfalls offenbar völlig neben sich gestanden und große Angst gehabt.

So kam es, dass das Paar erst am nächsten Morgen mit der schwer verletzten Lilly ins Krankenhaus fuhr. Selbst dort, so schildert die es die Angeklagte selber, habe sie ihren Freund noch in Schutz genommen, als dieser die Tat verschleiern wollte. Wenig später starb die nicht einmal zweijährige Tochter an den Folgen ihrer Kopfverletzungen. Jane drohen bei einer Verurteilung nun zwischen ein und zehn Jahre Haft, Ole lebenslänglich.