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Markus Wagner (AfD) ließ 16-jährigen Sohn gegen Corona impfen

Impf-Vordrängler-Debatte um AfD-Spitzenpolitiker - Jetzt wird der Fall geprüft

Markus Wagner - der Fraktionschef der NRW-AfD hat sich und Familienmitglieder gegen das Corona-Virus impfen lassen.
Markus Wagner - der Fraktionschef der NRW-AfD hat sich und Familienmitglieder gegen das Corona-Virus impfen lassen.
© dpa, Federico Gambarini, fg nic

01. März 2021 - 19:11 Uhr

Skandal um Impf-Vordrängler weitet sich aus

In die Impf-Vordrängler-Debatte um den nordrhein-westfälischen AfD-Fraktionschef Markus Wagner hat sich nun die Bezirksregierung Detmold eingeschaltet. "Die Bezirksregierung geht dem Fall nach. Hierzu hat sie den Kreis Minden-Lübbecke um Bericht gebeten. Sobald der Bericht vorliegt, wird die Bezirksregierung den Sachverhalt eingehend prüfen", sagte ein Sprecher am Montag. Der AfD-Politiker ließ nicht nur sich, seine Frau und Schwiegermutter impfen, sondern auch seinen 16 Jahre alten Adoptiv-Sohn. Der Teenager ist Nachwuchsspieler beim FC Bayern München.

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So begründet der Vater die Impfung des Teenagers

Wagner hatte zunächst dem WDR bestätigt, dass er als Betreiber einer Einrichtung der Eingliederungshilfe für psychisch Erkrankte selbst bereits geimpft wurde. Am Wochenende wurde dann bekannt, dass auch sein Sohn (16) und seine Schwiegermutter (81) in der Einrichtung geimpft worden waren. Wagner hatte am Sonntag gesagt, er führe die Einrichtung seit langem mit seiner Frau - und auch sein Sohn arbeite immer wieder mit und habe dort soziale Kontakte. Er habe mit Bewohnern Spiele gespielt oder sie "mit dem Therapiehund begleitet". Der Junge solle in den "Familienbetrieb hineinwachsen".

Er lege Wert darauf, Bewohner und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, betonte Wagner. Am Tag der Impfung sei die Impfmenge lange nicht ausgeschöpft gewesen, so dass auch seine 81-jährige Schwiegermutter immunisiert werden konnte, außerdem einige Feuerwehrleute. Dadurch sei aber "niemandem eine Impfung vorenthalten" worden.

Markus Wagner (AfD) droht Anzeige bei der Staatsanwaltschaft

AfD-Fraktionschef Markus Wagner verteidigt die Impfung seines Sohnes gegen die Kritik. Der Nachwuchs-Fußballer sei in der Familieneinrichtung für psychisch Kranke tätig.
Markus Wagner (AfD) verteidigt die Impfung seines Sohnes. Der 16-Jährige hat „den Hausmeister unterstützt oder Bewohner mit dem Therapiehund begleitet".
© dpa, Federico Gambarini, fg htf

Derzeit dürfen in Deutschland nur Menschen mit der höchsten Priorität gegen das Coronavirus geimpft werden. Dazu zählen über 80-Jährige, Mitarbeiter von Rettungsdiensten sowie Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Wörtlich heißt es in der Rechtsverordnung: Das sind "Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind". In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Fälle von Politikern, die sich außerhalb der Reihe haben impfen lassen, bekannt geworden. Es gab erste Rücktritte. In Halle ermittelt der Staatsanwalt sogar gegen den Oberbürgermeister.

Im Fall von Wanger ist nun die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde für Fälle mutmaßlicher Verstöße gegen die Impfordnung zuständig. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kann die Behörde, wenn sie auf den Verdacht einer Straftat stößt, den Fall bei der Staatsanwaltschaft anzeigen.

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