Gendergerechte Sprache

Bei Audi arbeiten ab sofort nur noch Audianer_innen

Ein Audi A4 Avant steht auf der Endabnahme-Linie für Fahrzeuge des Typs Audi A4 Avant und Q5, die dreifarbigen Leuchtst
Ein Audi A4 Avant steht auf der Endabnahme-Linie für Fahrzeuge des Typs Audi A4 Avant und Q5, die dreifarbigen Leuchtst
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02. März 2021 - 16:14 Uhr

Gleichberechtigung beim Autohersteller Audi

Der Autohersteller Audi führt ab sofort die Gleichberechtigung ein. Wer bislang bei Audi angestellt war, der nannte sich stolz Audianer. Doch damit ist jetzt Schluss. Ab März gibt es bei den Ingolstädtern nur noch Audianer_innen. Und damit sich auch alle Mitarbeiter daran halten, wurde die Neuerung direkt in die Unternehmensrichtlinien aufgenommen – dem Audi-Grundgesetz.

Alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten zwischen Mann und Frau repräsentieren

"Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur", so Sabine Maaßen, Vorständin für Personal und Organisation bei Audi. "Dies machen wir auch in unserer Sprache deutlich." Gendersensibel zu kommunizieren sei eine Frage des Respekts und Ausdruck einer Haltung gegen Diskriminierung und für Vielfalt.

Deutlich machen will Audi die Ansprache mithilfe des sogenannten Gender-Gaps. Diese Schreibweise verbindet die männliche und die weibliche Form mit einem Unterstrich. "Der Gender-Gap – geschrieben zum Beispiel Mitarbeiter_innen – repräsentiert alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten zwischen Mann und Frau", schreibt Audi auf der Unternehmensseite. Mit dem Gender-Gap folge Audi der Empfehlung des "Charta der Vielfalt" e.V. und weiteren Partner-Initiativen des Unternehmens.

Die Audianer_innen müssen sich erstmal nicht als solche begrüßen. Gegendert wird zunächst in den Aussagen des Vorstands, im Audi Intranet oder bei Pressemitteilungen.

Audi will es nicht nur bei der Sprache belassen. Das Unternehmen habe sich Ziele für Frauen gesetzt: nicht nur im Aufsichtsrat, sondern auch im Vorstand und im Management. Und damit fängt schon das nächste Problem an: Wer mit Unterstrichen so in die Offensive geht, sollte tatsächlich auch alle Geschlechtsidentitäten unterstützen – und damit wirklich alle Audianer_innen.