Kurioser Breitbandausbau

Behörden-Chaos: In Karlsburg gibt es schnelles Internet nur für Tote

17. Juli 2019 - 14:33 Uhr

Glasfaserkabel auf dem Friedhof

In der Gemeinde Karlsburg gibt es Internet nur für die Toten. Das Schnelle zumindest. Im Ortsteil Steinfurth soll ein Glasfaserkabel für zwei Anschlüsse verlegt werden. Einer davon für eine Kapelle auf dem Friedhof. Selbes Spiel im Ortsteil Zarnekow: Da geht ein Anschluss an einen baufälligen Bahnhof. Die Anwohner sind sauer und frustriert. Viele fühlen sich von der Welt abgeschnitten.

Breitbandausbau macht um die Gemeinde Karlsburg einen großen Bogen

Der Breitband-Anschluss führt im Ortsteil Steinfurth zu einer Friedhofs-Kapelle.
Symbolbild: Die Straßen werden aufgerissen, um das Breitband-Kabel zu verlegen.
© dpa, Sebastian Willnow, wil tba dna

Wie der "Nordkurier" berichtet, seien außerdem im Ortsteil Moeckow gar keine schnellen Internetanschlüsse geplant, im Hauptort Karlsburg dagegen 20 Stück - bei mehr als 800 Einwohnern. Breitband bizarr. Dafür sollen demnächst sogar die Dorfstraßen aufgerissen werden.

Speziell der Ortsteil Steinfurth wird eine durch Steuergelder finanzierte Breitbandleitung quer durchs Dorf gelegt. Aber die Bürger haben nichts von dieser brandneuen Leitung, denn schnelles Internet bekommt lediglich die örtliche Friedhofskapelle. Die Häuser, vor die das Kabel gezogen werden, gehen alle leer aus. Über 620 Haushalte sind davon betroffen.

Das Glasfaser-Internetkabel hat 13 Millionen Euro gekostet.

Häuser, die schnelles Internet wollen, bekommen nichts

Für die Internetleitung ist die Kreisverwaltung zuständig. Geld gibt es von der Bundesregierung.  Einen Anschluss bekommen aber nur Häuser, die kein Internet beantragt haben, wie eben Friedhöfe oder Bahnhofsruinen. Alle Häuser, die einen Antrag auf schnelles Netz gestellt haben, bekommen nichts.

Die Fördergelder sollen nun aber nachbeantragt und das schnelle Internet auch in die Häuser gelegt werden. Wie schnell das passiert, ist fraglich.