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Behörden-Chaos zwischen Spanien und der Türkei

900 Rinder auf Irrfahrt im Mittelmeer - Jetzt wurden sie notgeschlachtet!

Mehr als 900 Rinder irrten eingepfercht in einem Schrottschiff umher, ohne Ziel vor Augen.
Mehr als 900 Rinder irrten eingepfercht in einem Schrottschiff umher, ohne Ziel vor Augen.
© REUTERS, STRINGER, SV/BRV

06. März 2021 - 20:25 Uhr

Tierquälerei auf dem Mittelmeer

Monatelang hat sich auf dem Mittelmeer eine Tragödie abgespielt. Mehr als 900 Rinder irrten eingepfercht in einem Schrottschiff umher, ohne Ziel vor Augen. Die Tiere sollten eigentlich von Spanien in die Türkei exportiert werden, doch die türkischen Behörden lehnten die Rinder nach einem Krankheitsfall ab. Es folgte ein langes Hin und Her, die Tiere wurden zu einem Spielball der Behörden. Nun hat die Odyssee ein tragisches Ende genommen.

22 Rinder auf See verendet

Livestock ship "Karim Allah" carrying nearly a thousand Spanish cattle stranded on ship with suspected bluetongue disease is seen docked at Escombreras port, in Cartagena, Spain February 26, 2021. REUTERS/Juan Medina
Zweieinhalb Monate waren die Tiere auf einem Frachter auf dem Mittelmeer unterwegs.
© REUTERS, JUAN MEDINA, JAS

Zweieinhalb Monate waren die Tiere auf einem Frachter auf dem Mittelmeer unterwegs. Ursprünglich sollten die mehr als 900 Rinder im Dezember von Spanien in die Türkei exportiert werden, wo sie jedoch wegen des Verdachts auf die Blauzungenkrankheit nicht entladen werden durften. Nach vielem Hin und Her kehrte der Frachter "Karim Allah" nun zum Hafen von Cartagena in Südspanien zurück. Dort begann am Samstag die Entladung der Tiere, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Sie sollten direkt in einem Zelt an der Mole getötet und die Kadaver entsorgt werden, berichteten spanische Medien. Während der Monate auf See seien bereits 22 Rinder verendet.

Ein Verkauf der Tiere in Spanien sei nicht möglich, weil die Einfuhr lebender Rinder von außerhalb der EU verboten sei. Ein weiterer Transport in ein Drittland sei den Tieren aber nicht mehr zuzumuten, hatten die Sanitärbehörden nach einer Inspektion in Cartagena mitgeteilt, wie die Zeitung "El País" berichtete. Ein Gericht in Madrid genehmigte daraufhin am Freitag die Notschlachtung. Der Eigentümer habe das verhindern wollen und versucht, doch noch einen Käufer in einem anderen Land zu finden.

Niemand wollte die Tiere aufnehmen

Der Frachter mit den Rindern hatte Cartagena am 18. Dezember verlassen. Am Ziel im türkischen Mittelmeerhafen von Iskenderun wurden die Rinder von den türkischen Behörden jedoch wegen des Krankheitsverdachts zurückgewiesen. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine von Insekten übertragene Viruserkrankung, an der vor allem Schafe, aber auch Rinder und Ziegen erkranken.

Der Viehfrachter lief den Berichten zufolge danach Libyen in der Hoffnung an, die Tiere dort verkaufen zu können. Aber auch die dortigen Behörden verboten das. Auf der Suche nach Futter für die Tiere fuhr die "Karim Allah" Richtung Tunesien, wo das Schiff jedoch abgewiesen wurde. Erst im Hafen von Augusta in Sizilien konnte Futter Bord geholt werden, die drei Tage lang nur noch Wasser bekommen hätten, hieß es bei "El País". Danach kehrte der unter libanesischer Flagge fahrende Frachter nach Cartagena zurück.

In einer ähnlichen Situation befinden sich nach Angaben von RTVE derzeit etwa 1.800 weitere Jungtiere aus Spanien auf dem Viehfrachter "Elbeik" unter der Flagge Togos, der ebenfalls in der Türkei und in Libyen wegen des Verdachts der Blauzungenkrankheit abgewiesen worden war. Das Schiff befand sich am Samstag nach Informationen von Trackdingdiensten für Schiffe nördlich von Kreta auf südlichem Kurs.

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