Prozess: Drei mutmaßliche Täter vor Gericht

Bedroht und gefesselt: Ausgeraubter beschreibt Todesangst in der Alptraumnacht

Karl-Heiz Klötgen wurde Opfer eines Raubüberfalls.
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23. Februar 2021 - 20:40 Uhr

Brutaler Überfall in Hamminkeln

Für Karl-Heinz Klötgen (57) und seine Frau muss es die Hölle auf Erden gewesen sein. Mitten in der Nacht wurde das Ehepaar aus dem Schlaf gerissen. Dann hätten drei Räuber im Schlafzimmer ihres Hauses in Hamminkeln gestanden, heißt es. Das Ehepaar sei mit Waffen bedroht worden. Seit Dienstag stehen drei Verdächtige aus Konstanz vor dem Landgericht Duisburg. Überführt wurden sie offenbar durch DNA-Spuren, die man an Klebeband gefunden hat.

"Einer hatte eine Pistole dabei"

"Es war eine unglaubliche Stresssituation. Man hatte einfach nur Todesangst", erinnert sich Karl Heinz-Klötgen an den Moment, als er von den Räubern überfallen wurde. Sie hätten plötzlich neben seinem Bett gestanden und ihn aus dem Schlaf gerissen. "Einer hatte eine Pistole dabei. Zwei waren mit Messern bewaffnet. Einer mit einer Stichwaffe, ähnlich wie ein großer Schraubenzieher", so der 59-Jährige im Interview mit RTL. Die Unbekannten hätten ihn und seine Frau dazu gezwungen, ihr Geldversteck preiszugeben. Dabei hielten ihm die Angreifer die Pistole ins Gesicht, erzählte er. Ganze 15 Minuten hielt das Ehepaar dem Psychoterror offenbar stand. Doch irgendwann hätten die Nerven blank gelegen. Sie gaben ihr Wertsachen-Versteck preis. Die Räuber sollen dabei 30.000 Euro erbeutet haben. Hinzu kommen drei Uhren um Wert von circa 600 Euro.

Opfer befreit sich mit Küchenmesser

Bevor die Eindringlinge wegrannten, fesselten sie Karl-Heinz Klötgen und seine Ehefrau. Sie warfen beide aufs Bett und verschwanden. "Ich habe ein, zwei Minuten gewartet. Dann bin ich mit gefesselten Füßen und Händen aufgestanden, habe mich in die Küche bewegt und mit den Fingern, die ich noch bewegen konnte, ein Messer aus der Schublade geangelt und damit das Klebeband losgeschnitten. Dann sofort die Polizei angerufen."

Doch die Täter kommen vorerst davon. Erst Monate später kommt die Polizei den Räubern auf die Spur, als sie woanders einbrechen.

Verdächtigen droht bis zu 15 Jahre Knast

Die Verdächtigen müssen mit Haftstrafen von bis zu 15 Jahren rechnen.
Die Verdächtigen müssen mit Haftstrafen von bis zu 15 Jahren rechnen.
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Schlussendlich sind es Handyfotos von der Tat in Hamminkeln und DNA vom Tatort, die die Täter überführen. Ein Albaner schweigt beim Prozessauftakt zu den Vorwürfen. Zwei Männer aus dem Kosovo geben alles zu. Sie brauchten angeblich Geld für Kokain. Die Angeklagten müssen jetzt mit einer Gefängnisstrafe rechnen – bis zu 15 Jahre wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung stehen im Raum.

Opfer Karl-Heinz Klötgen kann nicht verstehen, dass die mutmaßlichen Täter nun versuchen, alles mit ihrem Drogenkonsum zu erklären "So nach dem Motto 'wir können da nichts für' – sie haben sich hundertmal entschuldig", sagt er rückblickend. Dabei hätten die Männer bei der Tat in seinen Augen den Eindruck gemacht, klar Herr ihrer Sinne gewesen zu sein.