#bedforaway-Fans: Bilder von hilfsbereiten BVB-Fans gehen um die Welt

18. April 2017 - 10:24 Uhr

"Wenn wir alle offen zueinander sind, dann ist das ein anderes Miteinander"

Sprengstoff-Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus, das Champions-League-Spiel des AS Monaco bei Borussia Dortmund muss abgesagt werden. Dass es dennoch positive Schlagzeilen gibt, ist der Haltung einer Vielzahl von Fans zu verdanken, die spontan und unkompliziert Hilfe leisten.

"Einer ist schwarz, einer ist weiß, der eine hat jene Religion, der andere diese, das ist doch egal"

Dortmund-Fans – waren das nicht die, die mit dem bescheuerten, hirnlosen Plakaten gegen den Kunstverein aus Leipzig auffällig geworden waren und denen man unter anderem deswegen für ein Spiel ihre geliebte Südtribüne gesperrt hat? Ja, es gibt Anhänger dieses Vereins, die das getan haben. Dass man sie nicht alle über einen Kamm scheren sollte, zeigte sich beim abgesagten Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco.

Stefan Kilmer wird zum Symbol einer feinen Aktion

Innerhalb weniger Minuten meldeten sich bei Twitter unter #bedforawayfans hilfsbereite Menschen, um auswärtigen Anhängern eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten. Einer von ihnen ist Stefan Kilmer, seit einigen Stunden eine Internetberühmtheit. Als er die Nachricht vom abgesagten Spiel bekam, zögerte er nicht. Wenig später saßen Lucas, Kevin, Abdramni und Charaf am Tisch, vier Franzosen aus der Nähe von Paris.  "Einer ist schwarz, einer ist weiß, der eine hat jene Religion, der andere diese, das ist doch egal. Wenn wir alle offen zueinander sind, dann ist das ein anderes Miteinander", sagt der 46-Jährige dem Portal 'Der Westen'.

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Sogar ein Ex-Schalker applaudiert

Seine Aktion verbreitete sich in Windeseile im Netz – aus Portugal meldete sich die spanische Torwart-Ikone Iker Casillas, Bundesligist Hertha BSC applaudierte, Justizminister Heiko Maas zollte Respekt und auch der nicht eben großer BVB-Sympathie verdächtige Ex-Schalke-Trainer Peter Neururer fand die Sache prima. Zu den vier Fußball-Fans im Hause Kilmer gesellte sich später noch ein weiterer Gast, der Reporter Cyrille de La Morinerie vom Sender Europe 1, der ausführlich darüber berichtete.

Das war großes Fußball-Kino

Nicht nur die vielen hilfsbereiten Menschen wie Stefan Kilmer verdienten sich ein dickes Lob, auch die etwa 60.000 Menschen rund um oder im Dortmunder Westfalenstadion, wie die Borussen ihren Fußballtempel nennen. "Das ist gestern mit sehr viel Ruhe abgelaufen, und das hat uns natürlich als Polizei und sicherlich auch dem Verein sehr geholfen", sagte Polizeisprecherin Nina Vogt. "Ich glaube, da können wir alle sagen, dass wir auf die Reaktionen gestern nur stolz sein können", fand sie.

"Der Sport darf sich nicht als Geisel nehmen lassen"

Fürst Albert II. von Monaco hat den Anschlag  auf den Dortmunder Mannschaftsbus im Vorfeld des  Champions-League-Spiels gegen den AS Monaco verurteilt. "Es geht  weit über den Fußball hinaus. Es ist einfach schrecklich und  abscheulich", sagte der 59-Jährige, der selbst in Dortmund vor Ort war: "Der Sport darf sich nicht als Geisel nehmen lassen."