Beben in Nepal: Hilfe 2.0 – wie Technik Leben rettet

13. Mai 2015 - 8:15 Uhr

Nepal oft schlecht kartographiert

Nepal ist nicht mehr das gleiche Land wie noch am Wochenende. Die Zerstörungen durch das Beben sind enorm. Teile von Kathmandu haben sich um drei Meter verschoben. Straßen gibt es zum Teil nicht mehr. Das Land muss praktisch neu vermessen werden. Und genau das geschieht. Nicht vor Ort, sondern im Internet. Hier werten Freiwillige aktuelle Satellitenbilder aus, um neue Karten zu erarbeiten, damit die Helfer möglichst schnell und zielgerichtet arbeiten können.

Beben in Nepal: Hilfe 2.0 – wie Technik Leben rettet
Helfer in Nepal: Oft gibt es nur schlechte Karten.
© REUTERS, HANDOUT

Schon vor dem Erdbeben gab es von vielen Regionen in Nepal nur schlechte Landkarten. Die sind durch das Beben noch noch einmal unbrauchbarer geworden. Manche Straßen und Gebäude existieren nicht mehr. Wo kriegen die Helfer also gute Karten her? Sie entstehen mitten in Kathmandu. Mit Unterstützung aus aller Welt erfassen Freiwillige systematisch die Infrastruktur im Katastrophengebiet. Sie koordinieren die Arbeit von rund zweitausend Menschen und entscheiden, wer etwa Meldungen über Schäden einträgt. Das Ganze nennt sich 'Open Street Maps': Kostenlose Karten von allen für alle.

"Wir verarbeiten diese Daten und erstellen Karten, die wir den Menschen vor Ort zur Verfügung stellen", erklärt Nama Raj Budhathoki von Kathmandu Living Labs. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt unterstützt die Rettungskräfte vor Ort mit hochauflösenden Satelliten-Bildern. Und durch die Verknüpfung mit aktuellen Informationen wird das so genannte 'Disaster Mapping' für Hilfsorganisationen zur wertvollen Orientierungshilfe.

Für viele außerhalb des Krisengebiets ist es wichtig, zu wissen, ob Freunde oder Verwandte von der Katastrophe betroffen sind, und wo sie sich aufhalten. Dabei können soziale Netzwerke helfen, zum Beispiel der 'Facebook Safety Check' oder dem 'Google Person Finder', wie Sebastian Werner von RTL interactive erklärt, denn Facebook und Google "wissen immer, wo ich bin". Wenn es also auch widersprüchlich erscheint: Gerade dort, wo die meisten vom Rest der Welt völlig abgeschnitten sind, kann modernste Internet-Kommunikation dazu beitragen, Menschen zu retten.