11. März 2019 - 6:41 Uhr

Darüber wurde diskutiert

Beatrix von Storch hält den französischen Präsidenten für einen Verlierer: "Macron ist ein Loser in seinem eigenen Land und versucht sich jetzt im Ausland zu profilieren", giftet die AfD-Vizechefin bei der Polittalkshow "Anne Will" in Richtung des charismatischen Politikers. Hintergrund von von Storchs Attacke: Macron appellierte vergangene Woche an die EU-Bürger, sich für den Erhalt der EU einzusetzen. Klar, dass das der EU-kritischen AfD-Politikerin ganz und gar nicht gefällt.

Nach Macrons Appell wollte Anne Will von ihren Gästen wissen, ob sich die EU-Bürger bei der Europawahl Ende Mai für ein stärkeres Europa entscheiden - oder ob die Reise wieder stärker Richtung Nationalstaat geht.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

ARCHIV - 13.12.2018, Belgien, Brussels: Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, kommt zu einem EU-Gipfel. Mit seinem leidenschaftlichen Appell für einen «Neubeginn» in Europa hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für Aufsehen gesorgt. In einem
Macron appellierte vergangene Woche an die EU-Bürger, sich für den Erhalt der EU einzusetzen.
© dpa, Geert Vanden Wijngaert, VM jai
  • Manfred Weber, EVP-Spitzenkandidat: "Ich glaube, wir sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht: Wir leben im besten Europa, das es jemals gab. Ein friedliches Europa, eines, in dem Wohlstand herrscht."
  • Yanis Varoufakis, ehemaliger griechischer Finanzminister: "Macrons Agenda ist tot, weil das politische Establishment in Deutschland sie abgestochen hat. […] Deutschland hat Macron zu Tode umarmt."
  • Christian Lindner, FDP-Chef: "Natürlich lehnen wir die Vergemeinschaftung von Schulden (wie von Macron gefordert, Anm. d. Red.) ab. Wenn die Freunde von Frau Storch in Italien munter Geld verprassen, dann darf das nicht auf dem Rücken der deutschen Steuerzahler passieren."
  • Beatrix von Storch: "Unser konstruktiver Beitrag (zur Rettung von Europa, Anm. d. Red.) ist, wie Demokratie geht und wie nicht."
  • Cathrin Kahlweit, "SZ"-Journalistin: "Der Ausschluss Viktor Orbans (der ungarische Ministerpräsident, Anm. d. Red.) aus der EVP mag symbolisch sein, aber er hätte trotzdem schon viel früher kommen müssen."

Lindner rasiert AfD-Vize

Beatrix von Storch. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv
Beatrix von Storch hält nichts von Macrons Europapolitik.
© DPA

"Wir können nur 96 von 750 Abgeordneten wählen, das geht doch nicht", beschwert sich von Storch über die Sitzverteilung deutscher Abgeordneter im Europäischen Parlament. Die AfD-Vizechefin findet das ungerecht, dabei errechnet sich die Zahl der Sitze nach der Bevölkerung eines Landes. FDP-Chef Lindner verwandelt die Steilvorlage: "Was sollen denn die Bremer sagen? Von ungefähr 700 Abgeordneten stellen die vielleicht 5 im Bundestag (es sind 6 Bremer bei 709 Abgeordneten, Anm. d. Red.), und trotzdem trifft der Bundestag Entscheidungen, die auch in Bremen gültig sind." Die Lacher hat Lindner jedenfalls auf seiner Seite.

Das Fazit

Mehr Europa oder weniger Europa, das ist hier die Frage. Die Antwort ist leider nicht ganz so einfach, wie die Diskussion mal wieder gezeigt hat. Am Ende steht eigentlich alles wieder auf Anfang: Klarheit werden wir erst nach der Wahl vom 23. bis 26. Mai haben.