Bearbeitungsgebühr für Verbraucherkredite ist unzulässig

01. März 2016 - 16:24 Uhr

Kredite: Gebühren werden nun zurückgezahlt

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat eine Entscheidung gefällt, die viele Menschen freuen wird: Die von Banken oft verlangten Bearbeitungsgebühren für Ratenkredite sind unzulässig. Zehntausende Bankkunden sollen nun die Gebühren zurückbekommen.

Bearbeitungsgebühren für private Ratenkredite sind unzulässig. Betroffene können ihr Geld jetzt zurückfordern.
Viele Banken haben bisher eine Bearbeitungsgebühr für Kredite gefordert, die mit hohem Beratungsaufwand begründet wurden.
© picture alliance / dpa Themendie, Monique Wüstenhagen

Eine Gebühr, die beim Abschluss eines Darlehensvertrages zusätzlich zu den Zinsen berechnet wird, sei eine unangemessene Benachteiligung für den Kunden, so der Bundesgerichtshof. In dem Grundsatzurteil erklärte er Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Postbank und der Essener National-Bank für ungültig.

Die Folge: Zehntausende Kreditnehmer können nun bereits gezahlte Bearbeitungsgebühren zurückfordern, die in der Regel in der Höhe von eins bis drei Prozent der Kreditsumme berechnet wurden. Die Banken haben bisher die Gebühr mit dem Beratungsaufwand und der Prüfung der Kreditwürdigkeit begründet. Der BGH entschied jedoch, dass dies im Interesse der Bank liegt und deswegen die Kosten dafür nicht auf den Kunden abgewälzt werden dürfen (Aktenzeichen: XI ZR 170/13 und XI ZR 405/12).

Bearbeitungsgebühr für Verbraucherkredite: So fordern Sie Ihr Geld zurück

Kunden, die ab Januar 2011 Verträge abgeschlossen haben, können die Gebühren auf jeden Fall zurückfordern - ältere Verträge können verjährt sein. Noch ist unklar, welche Regeln für die Verjährung gelten. Für die betroffenen Banken bedeutet es jedenfalls Rückforderungen von bis zu 13 Milliarden Euro. Um das Geld zurückzufordern, müssen sich die Kreditnehmer schriftlich an ihre Bank wenden.

In dem Schreiben sollten das Datum der Kreditaufnahme und deren Höhe stehen, dazu die Höhe der Bearbeitungsgebühr und ein Verweis auf das aktuelle Urteil. Die Verbraucherzentrale NRW will auf ihrer Homepage Musterbriefe für die Rückforderung bereitstellen, auch auf der Homepage der Stiftung Warentest ist ein solcher Brief zu finden.