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Bayreuth: Friseur versteigert seinen ersten Termin nach dem Lockdown für einen guten Zweck

Riesige Nachfrage brachte ihn auf die Idee

Friseur versteigert seinen ersten Termin nach dem Lockdown für einen guten Zweck

Die Auktion des Friseurmeisters Andreas Nuissl bei ebay (Stand Freitag, 15 Uhr)
Die Auktion des Friseurmeisters Andreas Nuissl bei ebay (Stand Freitag, 15 Uhr)

Friseure seit 15. Dezember geschlossen

Wie viel ist Ihnen ein Friseurbesuch wert, nach all der Zeit im Lockdown? Der normale Preis, wie immer? Oder darf es etwas teurer sein? Schließlich hat sich da so einiges angesammelt auf dem Kopf. Ein Friseur aus Bayreuth versteigert nun seinen ersten Termin am 1. März. Dann dürfen Deutschlands Friseure nach langen Wochen des erzwungenen Nichtstuns endlich wieder zu Kamm, Schere, Lockenwickler und Rasierer greifen. Andreas Nuissl macht das übrigens nicht aus Gründen der Gewinnmaximierung, der Erlös seiner Aktion will er für einen guten Zweck spenden.

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150 Anrufe in kurzer Zeit

Auf die Idee kam Nuissl, weil der Andrang auf den ersten Termin nach dem Lockdown riesig ist, sagte er. Mehr als 150 Anrufe habe er erhalten, seit klar ist, dass er am 1. März wieder öffnen dürfe, sagte der 57-jährige Friseurmeister aus der Stadt in Oberfranken.

Immer wieder sei er nach dem ersten freien Termin am 1. März um 8.00 Uhr gefragt worden, deshalb habe er sich entschlossen, ihn nicht direkt zu vergeben, sondern zu versteigern. Das Schlussgebot will Nuissl an die Tafel Bayreuth und eine Hilfsorganisation spenden, die sich für bedürftige Kinder einsetzt. Das Höchstgebot lag am Freitag um 15 Uhr bei 282 Euro. Die Auktion läuft noch bis zum 20. Februar.

Kundin macht mit und stiftet weitere 500 Euro

Nach dem die Aktion bekannt wurde, schloss sich eine Kundin Nuissls dem edlen Motiv an. Sie hat einen späteren Termin am selben Tag gebucht - für 500 Euro, die ebenfalls gespendet werden. Zwar könne er das Geld gerade selbst gut gebrauchen, sagte er, aber „auf einen Haarschnitt mehr oder weniger“ komme es jetzt auch nicht mehr an.

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Friseurgeschäfte dürfen seit dem verschärften Lockdown vom 16. Dezember 2020 keine Dienstleistungen anbieten. Dieses Verbot wurde am vergangenen Mittwoch nach einem Bund-Länder-Gipfel zum 1. März aufgehoben. Seitdem schleifen Friseure im ganzen Bundesgebiet die Scheren und warten darauf, endlich wieder arbeiten zu dürfen.