Bayern: Wolf reißt Kälber - wird er jetzt abgeschossen?

Ein Wolf hat im Allgäu fünf Kälber gerissen (Symbolfoto).
Ein Wolf hat im Allgäu fünf Kälber gerissen (Symbolfoto).
© dpa, Patrick Pleul, hg mg dt lof cat sja

18. August 2018 - 16:53 Uhr

Naturschützer warnen vor "Hetzjagd auf Wölfe"

Tiere in Bayern leben gefährlich. Besonders wenn sie groß und wild sind, das musste 2006 ein Braunbär erfahren. Bruno wurde er genannt, er war der erste Bär seit 160 Jahren im südlichsten Bundesland. Bayerns damaliger Landesvater Edmund Stoiber erklärte ihn zum "Problembär", Bruno wurde erschossen. Ähnlich wie dem einstigen Promi-Bären könnte es bald auch Wölfen in Bayern gehen.

Was meinen Sie?

"Bayerischer Aktionsplan Wolf" soll noch dieses Jahr in Kraft treten

Auslöser der Diskussionen sind fünf tote Kälber im Allgäu. Sie sind von sind von einem Wolf getötet worden, teilte das Landesamt für Umwelt (LfU) mit. Die Landwirte erhielten nun "zügig und unbürokratisch" eine Entschädigung. Der Schwäbische Bauernverbandspräsident Alfred Enderle forderte in "Das Allgäu online", das Tier zu töten. Der Abschuss sei alternativlos, wird er zitiert.

Die Staatsregierung plant unterdessen einen "Bayerischen Aktionsplan Wolf", der noch in diesem Jahr in Kraft treten soll. Dieser sei "seit Jahren überfällig", sagte Kai Frobel vom Bund Naturschutz. Er sagt: "Wir haben kein Problem damit, wenn einzelne Tiere getötet werden – wenn sie viele Weidetiere gerissen haben und wenn es vorher Präventionsmaßnahmen gab." Solche Ausnahmen dürften aber nicht zur Regel werden. Es dürfe nicht zu einer "verbalen Hetzjagd auf den Wolf" kommen, sagte Frobel.